Ärzte Zeitung, 30.04.2007

Jeder dritte KHK-Patient hat erhöhte Triglyzerid-Werte

Familiäre kombinierte Hyperlipidämie ist bei KHK auffallend häufig / Reicht Ernährungsumstellung nicht, hilft Therapie mit Omega-3-Fettsäuren

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Es kommt nicht nur auf das LDL- Cholesterin an, wenn man das KHK-Risiko senken will: Erhöhte Triglyzeride gefährden zum Beispiel Patienten mit familiärer kombinierter Hyperlipidämie. Diese Krankheit findet sich bei KHK-Patienten auffallend häufig.

Das belegen unter anderem Daten aus Bayern: In einer Praxisstudie wurden 629 Patienten mit KHK-Verdacht unter die Lupe genommen. Bei 242 Patienten bestätigte sich die KHK. Davon hatten 34 Prozent eine familiäre kombinierte Hyperlipidämie. Sie ist die häufigste Fettstoffwechsel-Störung bei KHK-Patienten, sagte Professor Werner Richter vom Windacher Institut für Fettstoffwechsel und Hämorheologie. In der Gesamtbevölkerung jedoch beträgt die Prävalenz nur zwei Prozent.

Die Krankheit wird dominant vererbt und manifestiert sich meist erst im dritten Lebensjahrzehnt. Verdachtsmomente sind zum Beispiel Fettstoffwechsel-Störungen bei erstgradigen Verwandten. Den entscheidenden Hinweis liefert aber vor allem eine vorzeitige KHK in der Familie des Patienten. Das heißt: bei Frauen vor dem 70. und bei Männern vor dem 60. Lebensjahr. Das bestätigte sich bei praktisch allen Teilnehmern der Studie. Zudem war ihr Alter bei KHK-Manifestation mit 54 Jahren ebenfalls recht niedrig, so Richter bei einer Veranstaltung von Trommsdorff in Frankfurt am Main.

Typisch für die familiäre kombinierte Hyperlipidämie sind ein nur mäßiger Anstieg des LDL-Wertes - zum Beispiel auf etwa 160 mg/dl - und der Triglyzeride. Vier von fünf Betroffenen haben eine Hyper-Triglyzeridämie. Sie ist oft wenig ausgeprägt, aber mit hohen KHK-Risiko verknüpft: Es ist zehn- bis dreißigfach erhöht. In der Praxisstudie wurden die Triglyzeride im Mittel mit 220 mg/dl bestimmt, das LDL-Cholesterin mit 123 mg/dl und die HDL-Konzentration mit 44 mg/dl.

Um das kardiovaskuläre Risiko zu minimieren, sollten die Triglyzeride unter 100 mg/dl, mindestens aber unter 150 mg/dl gedrückt werden, empfiehlt der Lipidexperte. Dabei helfen Ernährungsmaßnahmen, Alkoholkarenz und Bewegung. Außerdem ist eine Omega-3-Fettsäuren-Therapie (vom Unternehmen als Zodin angeboten) indiziert, wenn die Diät nicht ausreicht - und das ist meistens der Fall. Die Therapie bremst unter anderem die Triglyzeridsynthese in der Leber und senkt in einer Dosis ab 1,5 g pro Tag die erhöhten Werte um bis zu 45 Prozent.

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