Ärzte Zeitung, 11.09.2007

Stent-Patienten nützt Prophylaxe mit einem Coxib

Therapie senkt Stenoserate

SEOUL (hub). Patienten, die einen Koronar-Stent erhalten, profitieren von einer zusätzlichen Celecoxib-Therapie: Die Lumenabnahme im Stent ist geringer und es gibt weniger Restenosen als ohne Coxib.

In einer Studie erhielten 274 Patienten einen Paclitaxcel freisetzenden Stent (Lancet 370, 2007, 567). Die Hälfte der Patienten bekam additiv 400  mg Celecoxib (Celebrex®) unmittelbar vor dem Eingriff und 2 x 200  mg pro Tag in den folgenden sechs Monaten. Alle Patienten erhielten niedrig dosiert ASS sowie Clopidogrel.

Die Ergebnisse nach sechs Monaten: Das Lumen im Stent nahm ohne zusätzliche Medikation um 0,75  mm ab, bei additiver Coxib-Therapie hingegen nur um 0,49  mm. Das entspricht einer relativen Reduktion der Volumenabnahme von 35 Prozent.

Auch die Rate von Restenosen im Stent war mit Coxib deutlich geringer als ohne: 11 Prozent versus 27 Prozent. Auch die Notwendigkeit von Revaskularisierungen der mit dem Stent behandelten Läsionen war in der Coxib-Gruppe geringer. Sie betrug mit Coxib 5 Prozent im Vergleich 15 Prozent ohne Coxib.

Den gezeigten Nutzen des COX2-Hemmers führen die Autoren auf dessen antiproliferative und proapoptotische Effekte zurück. So haben etwa Zellkulturversuche ergeben, dass das Coxib die Lebensfähigkeit glatter Muskelzellen der Gefäßwand mindert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »