Ärzte Zeitung, 09.10.2007

Faktor-Xa-Hemmer auch bei Koronarsyndrom

Fondaparinux für Patienten mit Formen akuten Koronarsyndroms zugelassen / Weniger Blutungen und Reinfarkte

WIEN (wst). Der selektive Faktor-Xa-Hemmer Fondaparinux ist jetzt auch zur Therapie von Patienten mit Formen des akuten Koronar-syndroms zugelassen.  Bei tiefen Venenthrombosen und Lungen- embolien sowie zur Prävention dieser Ereignisse hat sich der Wirkstoff schon seit Jahren in der Routine bewährt.

Die neuen Indikationen für Fondaparinux-Natrium (Arixtra®) umfassen zum einen die Therapie von Patienten mit instabiler Angina pectoris oder Myokardinfarkt ohne ST-Strecken-Hebung (NSTEMI), sofern kein dringlicher Eingriff in den nächsten 120 Minuten absehbar ist. Zum anderen ist die Behandlung mit dem Faktor-Xa-Hemmer nun auch für Patienten mit ST-Strecken-Hebungs-Infarkt (STEMI) angezeigt, die mit Thrombolytika behandelt werden oder die initial keine sonstige Form der Reperfusionstherapie erhalten.

Die Zulassungserweiterung beruht auf zwei Megastudien, über die Professor Jean-Pierre Bassand aus Besançon in Frankreich bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline zum Kardiologie-Kongress in Wien berichtet hat. In einer der Studien waren über 20 000 Patienten mit instabiler Angina pectoris oder NSTEMI zusätzlich zu frei wählbaren Standardtherapien bis zu acht Tage lang mit Fondaparinux (1 x 2,5 mg pro Tag) oder mit dem niedermolekularen Heparin Enoxaparin (2 x1 mg/ kgKG/ Tag) behandelt worden. Bei gleich guter antiischämischer Wirksamkeit war mit Fondaparinux die Rate schwerer Blutungen bis zum neunten Tag mit 2,2 versus 4,1 Prozent nahezu halbiert. Auch die Zahl der Todesfälle war mit Fondaparinux nach 30 Tagen (295 versus 352) und nach 180 Tagen (574 versus 638) signifikant niedriger.

Die zweite Studie erfolgte mit 12 000 Patienten mit STEMI. Mit Fondaparinux gab es im Vergleich zu unfraktioniertem Heparin oder Placebo bei gleicher Rate an Blutungskomplikationen weniger Reinfarkte und auch weniger Todesfälle.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »