Ärzte Zeitung, 12.02.2008

Skifahren bei KHK? Ja durchaus, aber...

Wichtigste Voraussetzung sind 120 bis 150 Watt beim Belastungs-EKG / Generell ist Langlauf vorzuziehen

FRANKFURT AM MAIN (run). Patienten mit koronarer Herzkrankheit hilft Bewegung bekanntlich, dem Fortschreiten der Krankheit entgegenzuwirken. Auch Skifahren ist dabei als Sportart durchaus geeignet, wenn ein paar Voraussetzungen beachtet werden.

Wichtigste Voraussetzung ist (wie bereits kurz berichtet) nach Angaben von Dr. Frank Sonntag vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main, dass die Patienten bei einem Check-up problemlos 120 bis 150 Watt beim Belastungs-EKG leisten können. Selbst nach einem Herzinfarkt dürften Patienten, die dies erfüllen und keine Herzrhythmusstörungen oder eine Herzinsuffizienz haben, nach etwa einem viertel Jahr auf die Bretter.

Sonntag rät, Mittelgebirgslagen mit 1000 bis 1500 Metern als Urlaubsdomizil zu bevorzugen. Denn in der in Höhenlagen dünneren und kälteren Luft könne es bei Anstrengungen eher zu Angina-Pectoris-Anfällen kommen. Die maximale Höhe liege bei 2500 Metern und die maximale Außentemperatur sollte beim Wintersport nicht unter fünf Grad Celsius liegen. Außerdem sollten vor Beginn des Sports zwei bis drei Tage mit Spaziergängen als Anpassungszeit mit einkalkuliert werden.

Generell ist Skilanglauf als Ausdauersportart, bei der viele Muskeln und Gelenke gleichmäßig beansprucht werden, dem alpinen Skilauf vorzuziehen. "Abfahrtslauf ist für Könner zwar weniger anstrengend als Langlauf, hat aber den großen Nachteil, dass auf schwierigen Abfahrten plötzliche hohe kardiale Belastungen durch Stress und Überlastung auftreten können", so der Kardiologe.

Mehr Informationen zu Bewegung und Sport bei KHK enthält die neue Broschüre der Herzstiftung "Medikamente, Stents, Bypass - Therapie der koronaren Herzkrankheit".

Bezug der Broschüre gegen Einsendung von drei Euro in Briefmarken bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt am Main.

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