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Frauen achten zu wenig auf ihr Herz

DRESDEN (sir). Frauen unterschätzen ihr Risiko für einen Herzinfarkt und ziehen selbst nach dem ersten Infarkt keine ausreichenden Konsequenzen - etwas, das bisher eher den Männern nachgesagt wurde. Das hat eine Auswertung des Herzinfarktregisters Dresden ergeben.

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"Frauen bekommen zwar seltener und später als Männer einen Myokardinfarkt - aber wenn, dann sterben sie mit größerer Wahrscheinlichkeit daran", betonte Professor Ruth Strasser vom Herzzentrum Dresden. Ursache seien nicht nur die oft untypischen Infarktsymptome - wie Übelkeit und Erbrechen statt intensiven Schmerzes. Es sei auch eine gewisse Sorglosigkeit der Frauen selbst und ihrer Mitmenschen zu beobachten. "Die Zahlen unseres Herzinfarktregisters mit jährlich mehr als 1 000 Patienten machen das deutlich", sagte Strasser auf einer Veranstaltung der Lipid-Liga in Dresden.

So werde nach Daten des Registers für Frauen mit frischem Myokardinfarkt seltener als bei Männern von Hausärzten der Notarztwagen gerufen (4,7 versus 7,3 Prozent). Frauen gehen deutlich seltener selbst wegen ihrer Beschwerden ins Krankenhaus als Männer (1,7 versus 3,6 Prozent). Und wenn sie eingewiesen werden, kämen sie zunächst oft in kleinere, nicht ausreichend ausgestattete Kliniken (66 Prozent versus 60 Prozent bei Männern).

"Die Therapieempfehlungen für Frauen und Männer mit Myokardinfarkt unterscheiden sich nicht, weder in der Akutphase noch in der Sekundärprävention", sagte Professor Achim Weizel, erster Vorsitzender der Lipid-Liga. Diese Empfehlungen würden häufig auch umgesetzt. "Aber eben weil Frauen bei ihrem ersten Infarkt meist älter sind und mehr Begleiterkrankungen haben, sind sie während und nach dem Akutereignis stärker gefährdet."

Dass diese Botschaft noch nicht bei allen Infarktpatientinnen angekommen ist, zeigen wiederum die Daten des Registers: "Zwar rauchen initial weniger weibliche als männliche Infarktpatienten", so Strasser, "aber wenn, dann sind die Frauen auch seltener bereit, das Rauchen nach dem Infarkt aufzugeben." So verzichten zwar 80 Prozent der rauchenden Männer, aber nur 67 Prozent der rauchenden Frauen nach dem Infarkt auf Glimmstängel.

Auch kommen weniger Frauen zur jährlich notwendigen Vorstellung beim Kardiologen (67 versus 78 Prozent bei Männern). Und beim Sport seien die Frauen ebenfalls nachlässiger: "54 Prozent der Männer, aber nur 35 Prozent der Frauen bringen nach einem Infarkt Bewegung in ihren Alltag."

Beim Gewicht müsse man mit beiden Geschlechtern unzufrieden sein: "Nur die Hälfte reduziert nach dem Infarkt das Übergewicht - ein Drittel nimmt sogar noch weiter zu, Männer wie Frauen", so die Kardiologin.

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