Ärzte Zeitung, 14.10.2008

Nord-Süd-Gefälle beim Herzinfarkt

Herzbericht 2007 ergibt starke regionale Unterschiede / Hohe Sterbeziffern in Sachsen-Anhalt und Brandenburg

HAMBURG (Rö). Bei den Sterbeziffern für den Herzinfarkt, also den Gestorbenen pro 100 000 Einwohner, gibt es in Deutschland große regionale Unterschiede. Mit 23 ist sie unangefochten am niedrigsten in Berlin. Dann folgen die Flächenstaaten Schleswig-Holstein mit 54 und Hessen mit 55. In Sachsen-Anhalt mit 104 und in Brandenburg mit 106 sind die Sterbeziffern fast doppelt so hoch.

Diese Unterschiede belegt der "Herzbericht 2007", den der Autor Dr. Ernst Bruckenberger traditionell wieder bei der Kardiologen-Tagung in Hamburg vorgestellt hat.

Nord-Süd-Gefälle beim Herzinfarkt

Der Tod durch Herzinfarkt ist in Deutschland ungleich verteilt.

Für den 20. Herzbericht mit den Zahlen von 2006 ist es dem Autor gelungen, die Sterbeziffern einzeln pro Landkreis zu berechnen. Die größten altersbereinigten Unterschreitungen des bundesdeutschen Durchschnittes gab es in Berlin mit 66 Prozent, gefolgt von den Landkreisen Nordfriesland mit 51 Prozent, Stormarn mit 47 Prozent und Pinneberg mit 46 Prozent. Berlin und Pinneberg waren bereits 2005 unter den positiven zehn Spitzenreitern zu finden gewesen.

Am negativen Ende der Skala der Sterbeziffern am Herzinfarkt mit den größten altersbereinigten Überschreitungen der bundesdeutschen Sterbeziffer liegen für das Jahr 2006 der Landkreis Schönebeck mit 132 Prozent, gefolgt von den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin mit 91 Prozent, Spree-Neiße mit 84 Prozent sowie der Stadt Görlitz mit ebenfalls 84 Prozent.

Große regionale Unterschiede haben sich auch bei den stationären Morbiditätsziffern ergeben. Hierfür wird die Zahl der stationär behandelten Herzinfarkt-Patienten ebenfalls pro 100 000 Einwohner berechnet.

Hier liegen am positiven Ende die beiden südlichen Flächenstaaten Baden-Württemberg mit 215 und Bayern mit 219. Doch dann folgt schon Berlin mit 235. Am oberen Ende liegt auch hier Sachsen-Anhalt mit 323. Betroffen sind in diesem Fall auch zwei westliche Bundesländer: Rheinland-Pfalz mit 297 und das Saarland mit 333.

In welchen Kreisen ist das Leben am gesündesten für das Herz? Auch hierauf gibt der Herzbericht Antworten. Es besteht offensichtlich ein Süd-Nord-Gefälle: Die größten altersbereinigten Unterschreitungen der stationären Morbiditätsziffer waren mit 44 Prozent in Garmisch-Partenkirchen, gefolgt von den Landkreisen Schwarzwald-Baar-Kreis und Miesbach mit jeweils 41 Prozent sowie Biberach mit 40 Prozent.

Am negativen Ende liegen der Landkreis Lichtenfels mit 104 Prozent Überschreitung, gefolgt von der Stadt Delmenhorst mit 92 Prozent sowie dem Landkreis Sonneberg mit 83 Prozent.

www.bruckenberger.de

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