Direkt zum Inhaltsbereich

Pioglitazon bessert vaskuläre Schwachpunkte

BERLIN (hbr). Ein vaskulärer Schwachpunkt von Diabetikern sind instabile Plaques. "Was wir brauchen, ist eine systemische, chronische, im Prinzip antiinflammatorische Therapie, um die Plaques zu befrieden", sagt deshalb Professor Christian Schneider.

Veröffentlicht:

Denn Zuckerkranke haben gehäuft dünne Plaquekappen. Und je dünner die Plaqueschulter und je stärker die Entzündung im Plaque ausfällt, umso höher ist das Risiko für Plaque-Ruptur und akutes Koronarsyndrom, berichtete der Kardiologe von der Universität Köln bei der Tagung "Der herzkranke Diabetiker" in Berlin.

Die pleiotropen Wirkungen von Pioglitazon (Actos®) können offenbar die Atherosklerose beeinflussen. Dafür sprechen unter anderem die PERISCOPE-Daten (Pioglitazon Effect on Regression of Intravascular Sonographic Coronary Obstruction Prospective Evaluation). In dieser Studie nahm das in den Koronarien gemessene Atheromvolumen mit einem Sulfonylharnstoff signifikant zu, mit Pioglitazon jedoch signifikant ab.

Die Pioneer-Studie liefert jetzt zusätzliche Hinweise, warum das orale Antidiabetikum auch den Gefäßen zugute kommt. In der Untersuchung nahmen 173 Typ-2-Diabetiker ein halbes Jahr lang täglich 45 mg Pioglitazon ein oder 2 bis 6 mg des Sulfonylharnstoffs Glimepirid. Der HbA1c-Wert wurde in beiden Studienarmen ähnlich stark gemindert.

In allen anderen Bereichen profitierten die Teilnehmer statistisch eindeutig stärker von Pioglitazon. So wurde der Einfluss auf die Dicke der Intima-Media der Carotis gemessen. Diese Dicke gilt als Surrogatparameter der Atherosklerose und veränderte sich mit Glimepirid kaum. Mit Pioglitazon jedoch habe sie signifikant um fünf Prozent abgenommen, so Schneider bei einer Veranstaltung von Takeda.

Auch der Proinsulinspiegel, der bei zunehmender Insulinresistenz steigt, sank mit dem Glitazon signifikant stärker. Der Adiponektinspiegel dagegen kletterte um 174 Prozent, unter dem Sulfonylharnstoff fiel er weiter. Adiponektin gilt als antiatherogenes Schutzhormon und steigert die Insulinempfindlichkeit. Passend zu diesen Veränderungen wurde in der Glitazongruppe mit dem hsCRP (hochsensitives C-reaktives Protein) ein Marker chronischer Entzündung stärker reduziert. Auch die Konzentration an Matrixmetalloproteinase 9 sank deutlich um 15 Prozent. Das Enzym findet sich vermehrt in den Plaqueschultern und fördert so die Ruptur. In der Sulfonylharnstoffgruppe stieg sein Spiegel um fünf Prozent.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Koronare Herzkrankheit

Was es bringt, bei KHK routinemäßig auf Niereninsuffizienz zu screenen

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Digitalisierung

ePA: gematik schaltet im Juli neue Funktionen frei

Praxis wird zum Testfeld

KV Nordrhein erprobt KI-Tools in Kölner Hausarztpraxis

Lesetipps
Ein Arzt schaut sich ein EGK an.

© Evgeniy Kalinovskiy / stock.adob

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?