Ärzte Zeitung, 21.01.2009

Messungen helfen, Bedeutung einer Stenose zu klären

MÜNCHEN (kat). Die Frage, ob eine Stenose hämodynamisch relevant und damit Therapie nötig ist, lässt sich ganz einfach klären. Mit der Messung der fraktionierten Flussreserve gibt es ein aussagekräftiges Verfahren, das nach Angaben von Professor Franz Eberli aus Zürich aber leider kaum angewendet wird.

Wenn klinische oder angiografische Zweifel an der Bedeutung einer Stenose bestehen, sind hämodynamische Messungen sehr wichtig. Für die Messung der fraktionierten Flussreserve (FFR) wird das Herz maximal vasodilatiert, anschließend der mittlere Druck distal der Stenose sowie der mittlere aortale Druck bestimmt und daraus der Schweregrad der Einschränkung des myokardialen Blutflusses berechnet.

"Aufgrund der linearen Beziehung zwischen der FFR und dem maximal erreichbaren Blutfluss lässt sich damit im Katheterlabor abschätzen, ob die Implantation eines Stents nach PCI sinnvoll ist. Es ist somit leichter, patientengerecht einzugreifen" sagte Eberli beim Kongress zur Interventionellen Kardiologie (P-C-I, Praktisch - Cooperativ -Interaktiv) in München.

Wie die FAME*-Studie belegt hat, eignet sich die FFR besser für die Beurteilung einer Mehrgefäßerkrankung, also die Vorhersage des ereignisfreien Überlebens, als die Angiografie. Als weitere Pluspunkte der FFR-gesteuerten Revaskularisierung nannte Eberli:

- Kostensenkung ohne Verlängerung der Intervention,

- Reduktion der Zahl der verwendeten Stents,

- Reduktion der Menge des benötigten Kontrastmittels,

- gleich gute, wenn nicht bessere funktionelle Resultate.

Generell riet Eberli dazu, nur dann eine PCI einer intermediären Stenose zu machen, wenn eine Minderdurchblutung vorliegt; dann lassen sich Symptome und Prognose bessern. Liegt keine Minderdurchblutung vor, sollte die PCI dagegen unterbleiben, da dann das Risiko durch die Intervention überwiegt.

*FAME Fractional Flow Reserve versus Angiographie for Multivessel Evaluation

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Druckmessung in Herzarterien macht Stent-Implantation effektiver

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