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Das bringt die Blutdrucksenkung bei Alten: geringere Gesamtsterberate, weniger tödliche Apoplexien.

Ärzte Zeitung:Besonderheiten der Diagnostik und Therapie bei Älteren sind für Sie, Herr Professor Kolloch, ein Schwerpunkt des Internistenkongresses. Und dabei liefert die Hypertonie - ein weiterer Schwerpunkt - ein Paradebeispiel, wie Studien, die gezielt bei Älteren gemacht werden, alte Gewohnheiten auf den Kopf stellen können...

Professor Rainer Kolloch: Sie meinen da bestimmt die vor etwa einem Jahr präsentierte HYVET*-Studie, nach der ja auch über 80-Jährige von einer antihypertensiven Pharmakotherapie profitieren. Eine schon nach knapp zweijähriger Therapie hatte im Vergleich zu Placebo eine signifikant um 21 Prozent niedrigere Gesamtsterberate, eine um 39 Prozent niedrigere Rate tödlicher Schlaganfälle und eine um 64 Prozent niedrigere Rate neu aufgetretener Herzinsuffizienzen: Das ist schon gewaltig! Die Datenlage bei über 80-Jährigen war bisher nicht so eindeutig. Diese Lücke ist jetzt geschlossen und Zurückhaltung bei der antihypertensiven Therapie Älterer nicht mehr angebracht.

Ärzte Zeitung:Worauf beruhte diese Zurückhaltung denn?

Kolloch: Sie war bei vielen Ärzten darin begründet, dass diese gedacht haben, es gebe vielleicht doch einen Erfordernishochdruck. Und dass dann ein älterer Patient bei antihypertensiver Therapie zerebrale Durchblutungsstörungen bekommen, somit seine Lebensqualität schlechter werden könnte.

Ärzte Zeitung:Die Deutsche Hochdruckliga hat schon reagiert?

Kolloch: Ja, in den aktualisierten Leitlinien wird zur Blutdrucksenkung bei über 80-jährigen geraten.

*HYVET steht für: Hypertension in the Very Elderly Trial

Veranstaltungstipp: Symposium "Hochdruck und Alter: Die unterschätzte Katastrophe", Montag, 20. April, Halle 1, 8.15 Uhr bis 11.45 Uhr

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