Ärzte Zeitung, 21.04.2010

Ein krankes Herz spricht nicht gegen die Sauna

WIESBADEN (gvg). Regelmäßige Saunabesuche stärken die Abwehr und lindern chronische Atemwegserkrankungen. Auch Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen können davon profitieren.

"Es gibt immer noch viele Vorurteile im Zusammenhang mit Saunagängen", sagte Privatdozent Rainer Brenke von der Hufeland-Klinik Bad Ems. Dazu gehöre etwa, dass bei Patienten mit Herzerkrankungen oder Hypertonie in Sachen Sauna Vorsicht geboten sei. Dies sei so pauschal nicht richtig, wie Brenke bei einer von dem Unternehmen Steigerwald unterstützten Veranstaltung betonte. 

Ein krankes Herz spricht nicht gegen die Sauna

Sauna ist gut fürs Herz © a-rosa Flussschiff GmbH

Bei Patienten mit konventioneller arterieller Hypertonie ohne Folgeschäden seien regelmäßige Saunagänge im Gegenteil sogar indiziert, weil sie langfristig den Gefäßquerschnitt vergrößerten und damit den peripheren Widerstand und so letztlich den Blutdruck senkten. Verzichtet werden sollte lediglich auf die Nutzung des Tauchbeckens, weil es dabei zu Blutdruckspitzen kommen könne, so Brenke. Gegen kalte Güsse oder kaltes Duschen spreche aber nichts.

Bei Patienten mit stabiler koronarer Herzerkrankung ist die Herzkreislaufbelastung zu berücksichtigen, die ein Saunabesuch bedeutet. "Die Belastung bei einem Saunagang liegt bei 60 bis 75 Watt", so Brenke. Wer das in Belastungsuntersuchungen aushalte, könne auch saunieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Das sind die Wünsche an die neue Weiterbildung

Am Freitag steht die Musterweiterbildungsordnung auf der Agenda des Deutschen Ärztetags. Wir haben dazu drei junge Ärzte und den BÄK-Beauftragen Bartmann befragt. mehr »

"Sportlich, unrealistisch, überkommen"

Am Donnerstagnachmittag debattiert der Deutsche Ärztetag über die GOÄ-Novellierung. Unsere Video-Reporter haben sich vorab dazu umgehört. mehr »