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Überschätzt: Risiko eines Schlaganfalls durch Analgetika

BERLIN (eb). Die Einnahme von Schmerzmitteln ist für die meisten Menschen nicht mit der Gefahr eines Schlaganfalls verbunden. Dies stellt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) aus Anlass einer kürzlich im "British Medical Journal" veröffentlichten Metaanalyse klar, die für Aufsehen gesorgt hat.

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Vorsicht sei allerdings bei Patienten geboten, die bereits aufgrund von Gefäßkrankheiten ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben und Schmerzmittel über längere Zeit regelmäßig einnehmen.

In der Metaanalyse hatten Forscher von der Universität Bern herausgefunden, dass die langfristige Einnahme von nicht-steroidalen Antiphlogistika das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Für Etoricoxib, Ibuprofen und Diclofenac ermittelten sie zudem ein erhöhtes Schlaganfallrisiko (BMJ 2011; 342: c7086).

Der Metaanalyse zufolge erhöht Ibuprofen das Schlaganfallrisiko um den Faktor 3,36, Diclofenac um den Faktor 2,86 und Etoricoxib um den Faktor 2,67.

Grund zur Panik bestehe jedoch nicht, so der DSG-Vorsitzende Professor Joachim Röther von der Neurologischen Klinik an der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona: "Es handelt sich bei diesen Zahlen um eine relative Risikozunahme, die mit der Ausgangslage der Patienten in Beziehung gesetzt werden muss."

Für jüngere Menschen mit geringem Gefäßrisiko bestehe praktisch keine Gefahr, nach der Einnahme einen Schlaganfall zu bekommen. Das Schlaganfallrisiko steige mit der Dosis und der Dauer der Anwendung.

"Die gelegentliche Einnahme bei Schmerzen oder Entzündungen ist im Hinblick auf das Schlaganfallrisiko nicht bedenklich", so Röther. Eine langfristige Anwendung dieser Schmerzmedikamente sei allerdings grundsätzlich zu vermeiden, und bei Patienten mit vorgeschädigten Blutgefäßen sollten andere Schmerzmittel eingesetzt werden.

Die Entscheidung müsse aber im Einzelfall durch den betreuenden Arzt unter Berücksichtigung aller Risiken des Patienten fallen, so Röther.

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