Ärzte Zeitung, 07.11.2011

Herz-Alarm nach HPV-Infektion

GALVESTON (eis). Bei Frauen mit HPV-Infektion häufen sich auch kardiovaskuläre Erkrankungen. Das Virus könnte die Atherosklerose begünstigen.

Papillomaviren fördern Herzinfarkte

Zwischen Infektionen mit Papillomaviren und Herzkreislauf-Erkrankungen gibt es einen Zusammenhang, fanden US-Forscher heraus.

© Sebastian Schreiter / Springer Verlag GmbH

Den Zusammenhang von HPV-Infektion und Herzkreislauf-Erkrankungen haben US-Forscher vom University of Texas Medical Branch jetzt untersucht (JACC 2011; 58: 2001).

Dazu haben sie Daten von 2450 Teilnehmerinnen der NHANES-Studie analysiert. In vaginalen Abstrichen der Frauen wurde dabei nach HPV-DNA gesucht. Außerdem befragten die Forscher die Frauen nach Herzinfarkten oder Schlaganfällen.

Insgesamt waren knapp 47 Prozent der Frauen HPV-DNA-positiv. Aus der gesamten Kohorte hatten 60 Frauen nach ihren Angaben einen Herz- oder Hirninfarkt erlitten. Darunter waren 39 Frauen HPA-DNA-positiv und 21 HPV-DNA-negativ.

Herzkreislauf-Ereignisse bei infizierten Frauen mehr als doppelt so hoch

Die nach Risikofaktoren bereinigte Rate schwerer Herzkreislauf-Ereignisse war bei den infizierten Frauen mehr als verdoppelt.

Die HPV-Infektion war in der Studie ein starker und unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen, betonen die Forscher.

HPV ein Kandidat auf der Liste chronischer Infektions-Erreger

Ein chronischer HPV-Infekt könnte daher Anlass sein, eine Frau auf Herzkreislauf-Risiken zu screenen. Auch könnten die Daten ein Hinweis auf einen zusätzlichen Nutzen der Impfung sein.

HPV sei jetzt ein neuer Kandidat auf der Liste chronischer Infektions-Erreger, die vermutlich die Entwicklung, Progression und Destabilisierung von Atherosklerose begünstigen, heißt es in einem Editorial zu der Studie (JACC 2011; 58: 2007).

Auch nach 20 Jahren Forschung sei diese Infektionshypothese bisher weder belegt noch widerlegt worden.

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