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Erst Krebsdiagnose, dann KHK

In den ersten Monaten nach einer Krebsdiagnose besteht ein erhöhtes Risiko für die stationäre Aufnahme wegen einer koronaren Herzkrankheit (KHK).

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Überdurchschnittlich gefährdet für KHK waren Krebspatienten mit COPD, Adipositas, Diabetes und Hypertonie, so die schwedischen Forscher.

Überdurchschnittlich gefährdet für KHK waren Krebspatienten mit COPD, Adipositas, Diabetes und Hypertonie, so die schwedischen Forscher.

© ag visuell / fotolia.com

NEU-ISENBURG (BS). Schwedische Ärzte haben das KHK-Risiko aller von 1987 bis 2008 an Krebs erkrankten Einwohner ihres Landes untersucht.

Dazu wurden die Patienten mithilfe mehrerer Register und ihrer persönlichen Identifikationsnummer bis zur ersten KHK-bedingten Krankenhauseinweisung verfolgt (Eur J Cancer 2011; online 22. Oktober). Als Vergleich diente die gesamte schwedische Bevölkerung ohne Krebserkrankung.

70 Prozent höheres KHK-Risko in den ersten sechs Monaten

Die Krebspatienten insgesamt hatten in den ersten sechs Monaten nach der Diagnose ein um 70 Prozent höheres KHK-Risiko (standardisierte Inzidenzrate, SIR 1,70). Nach 6 bis 12 Monaten lag das Risiko nur noch bei 1,10, und es sank bis auf 1,06 nach 5 bis 10 Jahren.

Eine Zunahme des 6-Monats-Risikos wurde bei 26 von 34 untersuchten Krebsarten festgestellt. Die höchste KHK-Rate hatten Patienten mit Leukämie (SIR 2,84) sowie Tumoren von Dünndarm (SIR 2,88), Nieren (SIR 2,65), Lunge (SIR 2,56) oder Leber (SIR 2,28).

Das Vorliegen von Metastasen, die aber erst seit 2002 im schwedischen Krebsregister erfasst werden, ging ebenfalls mit einer erhöhten koronaren Gefährdung einher (SIR 1,49).

Überdurchschnittlich gefährdet waren Krebspatienten mit COPD, Adipositas und Diabetes

Veränderungen in der Therapie hatten offenbar keinen Einfluss auf das KHK-Risiko, da es von 1987 bis 1997 ähnlich hoch ausfiel wie von 1998 bis 2008.

Überdurchschnittlich stark KHK-gefährdet waren Krebspatienten, die auch an COPD, Adipositas, Diabetes oder Hypertonie litten. Als Ursachen für den Anstieg des KHK-Risikos kommen je nach Krebsart verschiedene Mechanismen infrage.

Als mögliche Auslöser nennen die Studienautoren:

Prothrombotische und atherosklerotische Effekte der von den Tumorzellen verursachten Entzündungsreaktion,

Chemo- und Radiotherapie,

Gemeinsame Risikofaktoren für Krebs und KHK, etwa Rauchen,

Das psychische Trauma und der Stress durch eine Krebsdiagnose.

Wenn auch die Ursachen noch spekulativ sind, die praktischen Konsequenzen liegen für die Autoren auf der Hand: "Krebspatienten brauchen eine aggressivere Behandlung der klassischen Risikofaktoren für eine KHK", lautet ihre Forderung.

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