Sonntag, 21. Dezember 2014
Ärzte Zeitung online, 03.09.2013

ESC-Kongress

Musik ist gut für die Herzgesundheit

Angenehme Musik verbessert bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung die Gefäßfunktion. Das zeigt eine Studie aus Serbien, die auf dem ESC-Kongress in Amsterdam präsentiert wurde. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn regelmäßiges Musikhören mit körperlichem Training kombiniert wird.

Musik ist gut für die Herzgesundheit

Musikgenuss: Laut serbischen Forschern nicht nur angenehm für's Ohr sondern auch für Gefäße von Menschen mit koronarer Herzerkrankung.

© jd-photodesign - Fotolia.com

AMSTERDAM. "Im Zusammenhang mit kardiovaskulären Risikofaktoren und bei kardiovaskulären Erkrankungen büßt das Endothel, also die Innenwand von Gefäßen, an Funktionsfähigkeit ein", wird Studien-Koautorin Professor Marina Deljanin Ilic (Universität Nis, Niska Banja, Serbien) in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zitiert.

"Nachdem insbesondere die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) durch das Endothel für die Gefäße eine wichtige Rolle spielt, ist heute die Verbesserung der Endothelfunktion ein wichtiges Therapieziel bei Koronarpatienten." Einen bedeutenden Beitrag dazu kann Bewegung leisten.

In der aktuellen Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurde, wurden 74 Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit untersucht (ESC Abstract P5797).

Die Endothelfunktion wurde anhand verschiedener Blutmarker wie Stickstoffoxiden (NOx) oder Xanthinoxidase (XO) gemessen.

Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt: Eine machte ein medizinisch überwachtes Fitnesstraining, die zweite führte dasselbe Trainingsprogramm durch und hörte zusätzlich täglich 30 Minuten lang von den Teilnehmern jeweils individuell bevorzugte Musik. Die dritte Gruppe absolvierte nur das Musikprogramm.

Musik und Bewegung im Zusammenspiel

Nach drei Wochen waren die NOx-Werte in der Musik-Gruppe und in der kombinierten Musik-Trainings-Gruppe angestiegen, wobei die Kombination von Musik und Bewegung die besten Ergebnisse zeigte.

Die XO-Werte gingen in allen drei Gruppen zurück, am deutlichsten wiederum in der Gruppe, die das Bewegungsprogramm und Musik verbunden hatte.

Die körperliche Belastbarkeit hatte sich im Vergleich zum Studienbeginn in der Musik-Trainings-Gruppe um 39 Prozent verbessert, in der Trainingsgruppe um 29 Prozent und in der Gruppe, die nur Musik hörte, um 19 Prozent.

"Dass das Hören von als angenehm erlebter Musik zu einer Verbesserung der Endothelfunktion beiträgt, könnte mit der Ausschüttung von Endorphinen und deren Effekt auf die NO-Bildung zu tun haben", so Ilic.

"Welche Musik dafür geeignet ist, hat ausschließlich mit persönlichen Vorlieben zu tun, sie sollte jedenfalls als angenehm und entspannend erlebt werden."

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Vertretungsfall und Notfallversorgung: Honorar-Neuerungen beschlossen

Kurz vor Weihnachten haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Krankenkassen auf einige Honorar-Änderungen geeinigt. So gibt es eine Neuregelung für Vertretungsfälle und drei neue EBM-Ziffern bei der Notfallversorgung. mehr »

Assistierter Suizid: Ethikrat warnt vor Gefahren eines "Sterbehilfegesetzes"

Der Deutsche Ethikrat hat heute Stellung zur Sterbehilfe bezogen. In Fragen des ärztlichen Berufsrechts hat das Gremium eine gänzlich andere Haltung als die Ärztekammern. mehr »

Leitartikel: Das Masernproblem wird ausgesessen

In Deutschland erkranken zu viele Menschen an Masern. Das Ziel, die Infektionskrankheit hierzulande bis 2015 auszurotten, wird verfehlt. Eine Kommission deckt auf, warum es nicht klappt. mehr »