Ärzte Zeitung, 25.09.2013

Bremen

Mehr Infarkte bei sozial Schwachen

In sozial benachteiligten Bremer Stadtteilen gibt es deutlich mehr Herzinfarkte als in sozial privilegierteren Bezirken.

AMSTERDAM. Forscher haben Daten aus dem Bremer Herzinfarktregister ausgewertet, wie die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) mitteilt.

Analysiert wurden die Daten im Hinblick auf den Sozialstatus, wobei die Stadteile nach dem Allgemeinen Bremer Benachteiligungsindex (BI) und der Einkommensstatistik der Stadtteile in vier Gruppen eingeteilt wurden. Der BI berücksichtigt Kriterien wie zum Beispiel Beschäftigung, Schulbildung und Kriminalität.

Zentrale Ergebnisse der Analyse von 2061 Herzinfarkt-Patienten: In den Teilen der Stadt mit dem niedrigsten Sozialstatus gab es 66 Herzinfarkte pro 100.000 Einwohner, in den sozial stärksten Gegenden betrug dieses Verhältnis 47 pro 100.000 Einwohnern.

Die Infarkt-Patienten aus den sozial schwächsten Bezirken waren mit durchschnittlich 62 Jahren signifikant jünger als die sozial besser gestellten Patienten (67 Jahre).

In Bezug auf die kardiovaskulären Risikofaktoren wiesen die Patienten mit geringstem Sozialstatus einen höheren Raucheranteil auf als in den "besten" Stadtvierteln (51 vs. 36 Prozent) und waren häufiger übergewichtig (26 vs. 17 Prozent).

Ein weiteres Ergebnis: "Während sich bei der Mortalität im Krankenhaus keine Unterschiede zeigten, waren die Patienten aus sozial schwachen Stadtteilen von einer signifikant höheren Einjahresmortalität betroffen", wird Studien-Koautorin Dr. Susanne Seide vom Klinikum Links der Weser in Bremen in der DGK-Mitteilung zitiert.

Diese Ergebnisse verdeutlichten die Wichtigkeit von Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »