Ärzte Zeitung, 11.03.2004

Nutzen implantierter Defis erneut bestätigt

SCD-HeFT-Studie bei Herzinsuffizienz / Viel geringere Sterblichkeitsrate als mit Placebo

NEW ORLEANS (ob). Kostenträger im Gesundheitswesen werden es vielleicht mit gemischten Gefühlen hören, doch es bleibt dabei: Ein implantierter Defibrillator vergrößert die Überlebens-Chance bei Herzinsuffizienz. Dies ist nun in der bisher größten Studie zum Nutzen dieser sehr kostenintensiven Therapie erneut bestätigt worden.

Schon in der MADIT-II-Studie konnte bei Postinfarkt-Patienten mit stark eingeschränkter kardialer Pumpfunktion (Auswurffraktion unter 30 Prozent) die Sterblichkeitsrate durch Implantation eines Defibrillators um 30 Prozent gesenkt werden.

Obwohl Wissenschaftler an dieser Studie kaum etwas zu bemängeln hatten, gab es Diskussionen. Grund dafür sind vor allem die enorm hohen Kosten, die eine breite Anwendung dieser High-Tech-Therapie bei Herzinsuffizienz mit sich brächte. Vor allem die Versicherungsträger zeigen sich daher restriktiv.

Künftig werden sie es wohl noch schwerer haben, gegen die Defibrillator-Therapie bei Herzinsuffizienz zu argumentieren. Denn in der auf dem ACC-Kongreß vorgestellten SCD-HeFT (prevention of Sudden Cardiac Death in Heart Failure Trial) -Studie ist die lebensverlängernde Wirkung der Defibrillator-Implantation bestätigt worden.

Mehr noch: Durch diese Studie wird das Indikationsspektrum sogar noch erweitert, da auch Patienten mit nicht ischämisch bedingter Kardiomyopathie vom implantierten Defibrillator profitierten.

An SCD-HeFT waren 2521 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium II und III; Auswurffraktion unter 35 Prozent) ischämischer und nicht ischämischer Genese beteiligt. Aufgeteilt auf drei Gruppe erhielten sie entweder einen Defibrillator, eine medikamentöse Therapie mit Amiodaron oder Placebo.

Nach fünf Jahren lag die Sterblichkeitsrate in der Placebo-Gruppe bei 36 Prozent, berichtete Studienleiter Professor Gust Bardy aus Seattle. Im Vergleich dazu konnte die Gesamtmortalität durch die antiarrhythmische Therapie mit Amiodaron nicht signifikant gesenkt werden. Dagegen profitierten die Patienten in der Defibrillator-Gruppe von der um 23 Prozent signifikant verringerten Sterblichkeitsrate im Vergleich zu Placebo.

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