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Kardiologen fordern mehr Beachtung des Herzens

BERLIN (gvg). Kardiologen warnen vor einer weiteren Zunahme der Häufigkeit von Herzerkrankungen. Vor allem Vorhofflimmern und die chronische Herzinsuffizienz bekämen in einer alternden Gesellschaft eine wachsende Bedeutung.

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Im Moment leidet etwa ein Prozent der Bevölkerung episodisches oder permanent unter Vorhofflimmern. Jenseits des siebzigsten Lebensjahrs ist es jeder zehnte. Bei der Zunahme der alten Menschen sei zu erwarten, daß sich die Prävalenz von Vorhofflimmern in den nächsten Jahrzehnten verdopple bis verdreifache, so Professor Günter Breithardt vom Universitätsklinikum Münster.

Ähnlich sieht es bei der Herzinsuffizienz aus, wie Professor Rainer Dietz von der Charité Berlin bei einer Veranstaltung des Bundesforschungsministeriums gesagt hat. Hieran sind zwei bis zweieinhalb Prozent der Bevölkerung erkrankt.

Besonders besorgniserregend sei, daß in der Bevölkerung kaum etwas über die Herzinsuffizienz und ihren unbehandelt fatalen Verlauf bekannt sei, so Dietz. So habe die SHAPE-Studie (Study group on heart failure awareness and perception in Europe) ergeben, daß nur drei Prozent in der Allgemeinbevölkerung eine Herzinsuffizienz anhand einer Beschreibung der typischen Symptome erkennen könnten.. Und über 65 Prozent glaubten, daß die Überlebenschancen bei einer Herzinsuffizienz besser sind als bei Krebs.

"Tatsächlich ist unter den häufigen Krebserkrankungen nur beim Lungenkrebs die schlechter Prognose als bei einem unbehandelten Patienten mit Herzinsuffizienz", so Dietz in Berlin. Fünf Jahren nach der Diagnose lebten im Mittel nur noch dreißig Prozent der Betroffenen.

Eine bessere Information von Bevölkerung und Ärzten hält Dietz deswegen für dringend geboten. Denn: "Die Herzinsuffizienz ist eine behandelbare Krankheit geworden. Wo sonst in der Inneren Medizin haben wir es in so kurzer Zeit geschafft, die Sterblichkeitsrate durch Medikamente um die Hälfte zu senken?"

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