Kardiologie

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Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

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Ärzte Zeitung, 17.11.2006

Walzer als Therapie - bei Herzinsuffizienz funktioniert das

Verbesserung der Belastungskapazität erzielt / Wirkung mindestens ebenso gut wie nach Standardbelastung auf dem Fahrradergometer

CHICAGO (ob) Patienten mit Herzinsuffizienz profitieren von einem moderaten Bewegungstraining. Das Tanzen speziell von Walzern scheint dafür eine ebenso gut geeignete Trainingsform zu sein wie die weniger Spaß bereitende aerobe Standardbelastung auf dem Fahrradergometer oder Laufband.

"Darf ich bitten?" - Tanzen scheint sich selbst bei eingeschränkter Pumpleistung des Herzens positiv auf die Belastbarkeit auszuwirken. Foto: dpa/lni

Darauf lassen Studienergebnisse italienischer Kardiologen schließen, die Dr. Romualdo Belardinelli aus Ancona beim AHA-Kongreß in Chicago vorgestellt hat. Die Forscher haben 110 Patienten mit stabiler chronischer Herzinsuffizienz drei Gruppen zugeteilt. Eine Gruppe von 44 Patienten unterzog sich acht Wochen lang dreimal wöchentlich einem kontrollierten aeroben Belastungstraining (Fahrrad/Laufband).

Weitere 44 Patienten wurden alternativ dreimal wöchentlich zum Tanz gebeten, wobei für die Dauer von insgesamt 21 Minuten im Wechsel langsamer (5 Minuten) und schneller Walzer (3 Minuten) auf dem Programm standen. Eine dritte Gruppe von 22 Patienten verzichtete auf jegliches Training. Zu Beginn und nach acht Wochen wurden alle Patienten auf ihre kardiopulmonale Fitness getestet.

Gemessen an Parametern wie maximaler Sauerstoffverbrauch oder anaerobe Schwelle beobachteten die Untersucher in beiden Trainingsgruppen eine Zunahme der Belastungskapazität, die in der Tanzgruppe sogar etwas ausgeprägter war als in der Gruppe mit konventionellem Training.

Auch die endothelabhängige Gefäßrelaxation zeigte sich verbessert. Besonders günstig schien sich der schwungvolle Walzer auf die Lebensqualität ausgewirkt zu haben, die von den tanzenden Patienten wesentlich positiver eingeschätzt wurde als von den auf dem Ergometer allein vor sich hin strampelnden Patienten.

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