Ärzte Zeitung, 08.02.2007

Schützt starke Lipidsenkung bei Herzschwäche?

Erste Hinweise, dass intensive Cholesterinsenkung Zahl der Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz verringert

DALLAS (ob). Die Hinweise darauf, dass die Lipidsenkung mit Statinen auch bei chronischer Herzinsuffizienz von Nutzen ist, mehren sich. Erstmals fanden sich jetzt Anhaltspunkte dafür, dass dieser Nutzen um so größer sein könnte, je stärker das LDL-Cholesterin bei kardialer Pumpschwäche gesenkt wird.

Noch lassen Ergebnisse Placebo-kontrollierter Studien zur Wirkung von Statinen bei Herzinsuffizienz auf sich warten. Doch schon heute spricht vieles dafür, dass diese potenten Lipidsenker demnächst auch bei kardialer Pumpfunktionsstörung indiziert sein könnten. Jüngstes Indiz sind Ergebnisse einer neuen Subanalyse von Daten der Studie TNT (Circulation 115, 2007, 576). Das Akronym steht für "Treating to New Targets" .

Im Blickpunkt der neuen Analyse stand der Einfluss zweier lipidsenkender Therapieregime auf die Inzidenz von Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz, ein sekundärer Studienendpunkt. Patienten mit stabiler KHK erhielten entweder zur intensiven Lipidsenkung 80 mg Atorvastatin/Tag oder zur moderaten Senkung eine dem Standard entsprechende Behandlung mit 10 mg Atorvastatin.

Ergebnis der Analyse: Bei moderater Senkung des LDL-Cholesterins auf Werte um 100 mg/dl betrug die Rate an Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz 3,3 Prozent. Bei starker Senkung auf Werte deutlich unter 100 mg/dl (im Mittel: 77 mg/dl) war sie dagegen mit 2,4 Prozent signifikant niedriger.

Ausschlaggebend dafür war ein signifikanter Vorteil der intensiven Therapie in der kleinen Subgruppe (8 Prozent) derjenigen Patienten, die schon in der Anamnese Hinweise auf eine Herzinsuffizienz hatten. Bei ihnen war der Unterschied bei den durch Pumpschwäche bedingten stationären Aufnahmen besonders ausgeprägt -- 17,6 Prozent bei moderater versus 10,6 Prozent bei starker Lipidsenkung.

Welche Wirkmechanismen für diese Reduktion relevant sind, ist noch unklar. Eine stärkere Verhinderung von ischämischen Ereignissen, die eine Herzinsuffizienz nach sich zogen, scheine aber, so die Autoren, nicht die Erklärung zu sein.

DIE STUDIE IN KÜRZE

Treating to New Targets (TNT)

Studie: In der TNT-Studie sollte bei Patienten mit klinisch stabiler koronarer Herzkrankheit geklärt werden, ob und wie sehr sich eine unterschiedlich starke Cholesterinsenkung auf die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse auswirkt.

Methode: 10 001 Patienten mit stabiler KHK wurden fünf Jahre lang entweder intensiv mit 80 mg Atorvastatin (Sortis®) oder - einer konventionellen Lipidtherapie entsprechend - mit 10 mg Atorvastatin pro Tag behandelt.

Ergebnis: Durch intensive Therapie wurde eine zusätzliche Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen um 22 Prozent erreicht. (ob)

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