Ärzte Zeitung, 12.07.2007

Glykosid-Spiegel steigt bei Diurese

Gefahr der Intoxikation durch Schleifendiuretika unter Digitalis-Dauertherapie

BADEN-BADEN (skh ). Vorsicht ist geboten, wenn Herzinsuffizienz- Patienten, die mit Digitalis behandelt werden, ein Lungenödem bekommen. Bei Therapie mit einem Schleifendiuretikum kann die Glykosidkonzentration im Serum durch den schnellen Volumenverlust in den toxischen Bereich steigen.

Wenn Patienten mit Herzinsuffizienz dekompensieren und ein Lungenödem bekommen, wird akut meist mit Sauerstoff und einem Schleifendiuretikum wie Furosemid oder Torasemid behandelt. Bei Patienten, die mit Digitalis dauertherapiert werden, können Schleifendiuretika jedoch eine Digitalisintoxikation auslösen, sagte Professor Peter Sefrin von der Universität Würzburg.

Denn durch die forcierte Diurese zirkuliert bei diesen Patienten eine unveränderte Menge Digitalis in einem verringerten Blutvolumen. Der Glykosidspiegel könne so bis in den toxischen Bereich steigen und die Symptome einer Digitalisintoxikation auslösen. Dazu gehören etwa Übelkeit, Sehstörungen und bradykarde Herzrhythmusstörungen, so Sefrin beim MedCongress in Baden-Baden.

Alternativ könnten herzinsuffiziente Patienten unter einer Dauertherapie mit Digitalis bei Dekompensation mit einem Nitroglyzerinpräparat behandelt werden. Die Herzleistung ließe sich so steigern. Wenn die Atemnot der Patienten durch die Sauerstofftherapie kontrollierbar ist, sei Nitroglyzerin einer Diuretikabehandlung vorzuziehen, sagte Sefrin.

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