Ärzte Zeitung, 05.03.2008

Neue Minipumpe soll Herzleistung steigern

HANNOVER (skh). Einem Patienten mit Herzinsuffizienz ist an der Medizinischen Hochschule Hannover ein neues Miniaturgerät zur Herzunterstützung implantiert worden. Die Pumpe lässt sich in einem minimal-invasiven Verfahren ähnlich wie ein Herzschrittmacher unter die Haut implantieren.

BU: Das Herzunterstützungssystem saugt über einen Miniaturpropeller Blut aus einer Sonde im linken Vorhof an und pumpt es in die A. subclavia. Die Pumpe selbst ist nur 5 cm lang und hat einen Durchmesser von 1,4 cm.

Foto: CircuLite

Mit der neu entwickelten Miniaturpumpe, die den Namen „Synergy Pocket Circulatory Assist Device“ trägt, wurde ein 60-jähriger Patient mit schwerer Herzinsuffizienz nach zwei Herzinfarkten behandelt. Der Eingriff verlief komplikationslos und der Patient wird regelmäßig nachuntersucht.

Das Gerät steigere die körperliche Leistungsfähigkeit um etwa ein Drittel und verbessere die Lebensqualität der Patienten, wie die Mediziner von der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie an der MHH berichten.

Es ist kein vollwertiges Kunstherz, sondern ein Unterstützungssystem, das aktiv Blut über ein Schlauchsystem vom linken Vorhof in die A. subclavia befördert. So entlastet es das Herz um zwei bis drei Liter des Minutenvolumens. Die MHH ist nach eigenen Angaben zurzeit das einzige Zentrum in Deutschland, in dem die Miniaturpumpe im Rahmen einer klinischen Studie implantiert wird.

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