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KOMMENTAR

Keine Illusionen über die Prognose

Von Angela Speth Veröffentlicht:

Hoffnung bis zuletzt - das zeichnet also auch Patienten mit Herzinsuffizienz aus, wie US-Forscher herausgefunden haben. Es ist eine Hoffnung wider alle Fakten: Im Krankheitsstadium NYHA IV beträgt die Ein-Jahres-Sterberate 90 Prozent. Die Konfrontation mit der rauen Wirklichkeit zu vermeiden mag psychologisch wichtig sein, um sich das seelische Gleichgewicht zu bewahren. Aber die Lebensdauer zu verlängern vermag dies nicht, wie aus der Studie ebenfalls hervorgeht.

Schwer kranken Menschen Optimismus zu vermitteln ist nur zu verständlich, das gilt für Familienangehörige und Ärzte gleichermaßen. Und doch sollten zumindest die Kollegen im Interesse der Patienten - so schonend wie möglich natürlich - Klartext reden.

Denn wenn die Kranken Bescheid wissen, ist es wahrscheinlicher, dass sie sich an die Therapie-Empfehlungen halten, als wenn sie sich einer Täuschung hingeben. Selbst für fortgeschrittene Krankheitsstadien, das ist erwiesen, gibt es Medikamente, die die Prognose verbessern: ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker und Aldosteronantagonisten. Illusionen zu rauben könnte also durchaus heißen: Lebensdauer schenken.

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