Ärzte Zeitung, 10.06.2008

KOMMENTAR

Keine Illusionen über die Prognose

Von Angela Speth

Hoffnung bis zuletzt - das zeichnet also auch Patienten mit Herzinsuffizienz aus, wie US-Forscher herausgefunden haben. Es ist eine Hoffnung wider alle Fakten: Im Krankheitsstadium NYHA IV beträgt die Ein-Jahres-Sterberate 90 Prozent. Die Konfrontation mit der rauen Wirklichkeit zu vermeiden mag psychologisch wichtig sein, um sich das seelische Gleichgewicht zu bewahren. Aber die Lebensdauer zu verlängern vermag dies nicht, wie aus der Studie ebenfalls hervorgeht.

Schwer kranken Menschen Optimismus zu vermitteln ist nur zu verständlich, das gilt für Familienangehörige und Ärzte gleichermaßen. Und doch sollten zumindest die Kollegen im Interesse der Patienten - so schonend wie möglich natürlich - Klartext reden.

Denn wenn die Kranken Bescheid wissen, ist es wahrscheinlicher, dass sie sich an die Therapie-Empfehlungen halten, als wenn sie sich einer Täuschung hingeben. Selbst für fortgeschrittene Krankheitsstadien, das ist erwiesen, gibt es Medikamente, die die Prognose verbessern: ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker und Aldosteronantagonisten. Illusionen zu rauben könnte also durchaus heißen: Lebensdauer schenken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »