Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 27.02.2015

Herzinsuffizienz

Q10 als Therapieoption?

Eine Studie gibt Hinweise, dass Coenzym Q10 die Mortalitätsrate bei Herzinsuffizienz senken könnte.

FRANKFURT AM MAIN. Kann eine Supplementierung mit Coenzym Q10 Herzinsuffizienzpatienten nützen?

Auf einem Symposium der Lipid-Liga stellte Professor Svend Aage Mortensen vom Herzzentrum des Kopenhagener Uniklinikums die Daten der kürzlich veröffentlichten Q-SYMBIO Studie vor (J Am Coll Cardiol: Heart Failure 2014; 2:641-49).

In der Studie konnte die Mortalität von Herzinsuffizienzpatienten durch eine Nahrungsergänzung mit dem Coenzym Q10, auch als Ubichinon bekannt, fast halbiert werden.

Coenzym Q10 ist Teil des Redoxsystems der mitochondrialen Atmungskette und trägt zur Synthese von ATP bei. Seine Konzentration ist in Organen mit hohem Energiebedarf — wie dem Herzmuskel — hoch.

Den Zusammenhang mit Herzinsuffizienz konnten Forscher anhand von Myokardbiopsien bereits 1985 zeigen (Proc Natl Acad Sci 1989; 82:901).

Hier nahm die myokardiale Q10-Konzentration mit zunehmender Schwere der Herzinsuffizienz ab. Anscheinend nutze der Körper aufgrund des oxidativen Stress, der durch die Herzinsuffizienz verstärkt wird, vermehrt Q10 als Antioxidanz.

Dies stand dann nicht mehr als Energielieferant in der Atmungskette zur Verfügung.

Zahl der schwerwiegend kardiovaskulären Ereignisse sinkt

In der Q-SYMBIO-Studie erhielten 420 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA III und IV) zusätzlich zu ihrer Standardtherapie entweder dreimal täglich 100 mg Coenzym Q10 oder Placebo.

Im Laufe der zweijährigen Untersuchung konnte so die Zahl der schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisse von 26 Prozent in der Placebo-Gruppe auf 15 Prozent in der mit Q10-Gruppe signifikant verringert werden.

Die Zahl der kardiovaskulär bedingten Todesfälle verringerte sich von 16 Prozent unter Placebo auf 9 Prozent unter Q10, was einer relativen Risikoreduktion von 42 Prozent entspricht.

Erstaunlich sind diese Ergebnisse vor dem Hintergrund, dass sich andere untersuchte Parameter, wie etwa die Ejektionsfraktion, der 6-Minuten-Gehtest oder die NT-proBNP-Werte nach zweijähriger Beobachtungszeit in beiden Gruppen nicht unterschieden.

Lediglich konnten mehr Patienten in der Q10-Gruppe ihre NYHA-Klasse verbessern. Ob eine Q10-Supplementierung Herzinsuffizienzpatienten also wirklich nützt, müsste in größeren Studien überprüft werden. (grz)

Topics
Schlagworte
Herzschwäche (695)
Kardiologie (1870)
Organisationen
Lipid-Liga (92)
Krankheiten
Herzschwäche (1977)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »