Ärzte Zeitung, 31.08.2004

Neuer Wirkstoff stabilisiert den Herzrhythmus

Dronedaron reduzierte in Studien die Rate für Herzrhythmusstörungen verglichen mit Placebo um 22 bis 28 Prozent

MÜNCHEN (Rö). Der neue antiarrhythmische Wirkstoff Dronedaron beugt bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen erneutem Vorhofflimmern oder -flattern vor. Das haben zwei Studien mit insgesamt 1250 Patienten ergeben.

Die Ergebnisse der Studien wurden jetzt von Professor Stefan Hohnloser von der Universität Frankfurt am Main beim Kardiologie-Kongreß in München vorgestellt.

In die Studien EURIDIS und ADONIS sind Patienten aufgenommen worden, die ein im EKG dokumentiertes Vorhofflimmern in den letzten drei Monaten hatten. Das Studiendesign war in beiden Untersuchungen ähnlich, hieß bei einer Veranstaltung von Sanofi-Synthelabo.

Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum ersten Nachweis eines erneuten Vorhofflimmerns. Behandelt wurde über zwölf Monate. An EURIDIS haben 612 Patienten teilgenommen, 411 erhielten 400 mg das Antiarrhythmikums zweimal täglich, 201 erhielten Placebo. In EURIDIS bekamen die Patienten in der Placebo-Gruppe im Mittel nach 41 Tagen eine erneute Rhythmusstörung, mit Dronedaron im Mittel nach 96 Tagen.

Daraus wurde eine Verminderung der Rate für atriales Flimmern und atriales Flattern um 22 Prozent errechnet. In der Studie ADONIS mit 629 Patienten lauteten die entsprechenden Zahlen 59 Tage und 158 Tage. Daraus wurde eine Verminderung der Rate für diese Herzrhythmusstörungen von 28 Prozent errechnet.

Das Antiarrhythmikum nutzte auch bei einer erneuten Herzrhythmusstörung. Denn die ventrikuläre Schlagrate betrug in beiden Studien mit Placebo 117/min, mit dem Wirkstoff jedoch nur 102 und 105/min.

Vorübergehende unerwünschte Wirkungen waren in den Behandlungsgruppen mit Dronedaron gleich häufig wie mit Placebo. Es gab auch keine Hinweise auf Proarrhythmien und keine Episoden von potentiell gefährlichen Torsade-de-Pointes-Rhythmusstörungen.

Dronedaron ist eine Modifikation des Antiarrhythmikums Amiodaron, jedoch ohne Jod-Atome. Die neue Substanz ist zudem weniger lipophil. Das Mittel ist in Europa noch nicht zugelassen.

EURIDIS: EURopean trial In atrial fibrillation or flutter patients receiving Dronedarone for the maIntenance of Sinus rhythm.

ADONIS: American-Australian-African trial with DronedarONe In atrial fibrillation or flutter patients for the maintenance of Sinusrhythm.

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