Forschung und Praxis, 25.10.2004

Dronedaron hält das Herz im Takt und wird dabei gut vertragen

Dronedaron ist eine Modifikation des Antiarrhythmikums Amiodaron. Anders als bei dieser Substanz enthalten die Dronedaron-Moleküle jedoch keine Jod-Atome. Zudem ist der neue Wirkstoff weniger lipophil. Dies ist günstig im Hinblick auf unerwünschte zentralnervöse Wirkungen.

Die neue Substanz beugt bei Patienten, die bereits Herzrhythmusstörungen hatten, erneutem Vorhofflimmern oder -flattern vor. Dies haben zwei Placebo-kontrollierte Studien mit insgesamt 1250 Patienten ergeben. Ihre Ergebnisse hat Professor Stefan Hohnloser von der Universitätsklinik Frankfurt am Main vorgestellt.

In die Studien mit den Akronymen EURIDIS und ADONIS sind Patienten aufgenommen worden, die ein in einer EKG-Ableitung dokumentiertes Vorhofflimmern in den letzten drei Monaten hatten. Das Studiendesign war in beiden Untersuchungen ähnlich, hieß bei einer Veranstaltung von Sanofi-Synthelabo in München.

Primärer Studienendpunkt war die Zeit bis zu einem erneuten Vorhofflimmern. Behandelt wurde über zwölf Monate. An der Studie EURIDIS haben 612 Patienten teilgenommen. 411 erhielten 400 mg des Antiarrhythmikums zweimal täglich, 201 erhielten Placebo. In EURIDIS bekamen die Patienten mit Placebo im Mittel nach 41 Tagen eine Herzrhythmusstörung, mit Dronedaron im Mittel nach 96 Tagen. Daraus wurde eine Verminderung der Rate für atriales Flimmern und Flattern um 22 Prozent errechnet.

In ADONIS mit 629 Patienten lauteten die Zahlen 59 und 158 Tage. Daraus wurde eine Verminderung der Rate für diese Herzrhythmusstörungen von 28 Prozent errechnet.

Auch bei einer erneuten Herzrhythmusstörung nützt das Antiarrhythmikum den Patienten. Denn die ventrikuläre Schlagrate betrug während der Störung in beiden Studien mit Placebo 117 / min, mit dem Wirkstoff nur 102 und 105 / min. Ein Vorteil ist die gute Verträglichkeit. Vorübergehende unerwünschte Wirkungen waren mit Dronedaron gleich häufig wie mit Placebo. Es gab keine Proarrhythmien und keine Episoden von potentiell gefährlichen Torsade-de-Pointes-Rhythmusstörungen. Das neue Präparat ist noch nicht zugelassen. (Rö)

EURIDIS: EURopean trial In atrial fibrillation or flutter patients receiving Dronedarone for the maIntenance of Sinusrhythm.

ADONIS: American-Australian-African trial with DronedarONe In atrial fibrillation or flutter patients for the maintenance of Sinusrhythm.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »