Ärzte Zeitung, 17.10.2006

Blutdrucksenkung mindert Vorhofflimmern

Neue Analyse der LIFE-Studie: Sinkt linksventrikuläre Masse, treten neue Rhythmusstörungen seltener auf

NEW YORK CITY (Rö). Wird durch Blutdrucksenkung auch die linksventrikuläre Hypertrophie vermindert, profitieren Patienten besonders. Ein Grund, der jetzt erkannt wurde: Neues Vorhofflimmern tritt seltener auf. Bei Vorhofflimmern ist das Risiko für vorzeitigen Tod oder kardiovaskuläre Symptome erhöht.

Den positiven Effekt des Rückgangs der linksventrikulären Hypertrophie (LVH) auf die Rate neuen Vorhofflimmerns ergibt sich aus einer neuen Analyse der LIFE Studie. In dieser Studie war der Nutzen der Therapie mit dem AT-II-Antagonisten Losartan (Lorzaar®) und mit Atenolol untersucht worden.

Für die neue Analyse haben Wissenschaftler um Dr. Peter Odin aus New York City Daten von 8831 Patienten überprüft. Bei ihnen wurde zu Beginn, nach sechs und nach zwölf Monaten ein EKG gemacht. Und es wurde registriert, ob Vorhofflimmern neu vorkam (JAMA 296, 2006, 1242).

Ergebnis: Nach 4,7 Jahren hatten 290 der Patienten ein Vorhofflimmern bekommen, bei denen sich die linksventrikuläre Masse vermindert hatte, aber 411 der Patienten, bei denen sich dieser Schaden am Herz verstärkt hatte. Daraus hat Odin errechnet, daß die Rate von Vorhofflimmern bei Rückgang der LVH um 30 Prozent niedriger war als ohne Regression.

Bei LVH sind bekanntlich das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen und das Risiko, früh zu sterben, erhöht. Die Verminderung der linksventrikulären Hypertrophie, wie sie mit modernen Antihypertensiva gelingt, ist daher ein wichtiges Therapieziel.

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