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Ski-Langlauf: Zu viel Eifer bringt das Herz aus dem Takt

NEU-ISENBURG (ob). Ski-Langlauf gilt als besonders gesundheitsfördernd für Herz und Gefäße. Doch auch hier hängt die Wirkung wohl von der Dosis ab: Besonders ambitioniert betrieben, kann dieser Pistensport das Herz offenbar leicht aus dem Takt bringen.

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Skilanglauf fördert die Gesundheit von Herz und Gefäßen: Besonders großer Trainingseifer könnte aber eher schaden als nutzen. © imago

Skilanglauf fördert die Gesundheit von Herz und Gefäßen: Besonders großer Trainingseifer könnte aber eher schaden als nutzen. © imago

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Jedes Jahr treffen sich in der norwegischen Stadt Rena etwa 12 000 Langläufer, um am traditionellen Birkebeiner Ski-Marathon teilzunehmen. Viele dieser Läufer, die 54 Kilometer Schneepiste zu bewältigen haben, zählen zur Leistungselite in dieser Sportart. Norwegische Mediziner um Jostein Grimsmo aus Feirung haben im Jahr 1976 ingesamt 122 Birkebeiner-Teilnehmer im Alter zwischen 26 und 64 Jahren dazu bewogen, an einer Langzeitbeobachtung teilzunehmen. Sie wurden dann im Laufe von bis 30 Jahren in Abständen einer kardiologischen und pulmologischen Funktionsprüfung unterzogen.

Vor allem eine Frage interessierte die Forscher: Ist die Prävalenz von Vorhofflimmern bei sehr ambitionierten Ausdauersportlern höher als in der Allgemeinbevölkerung? Die Antwort lautet: ja, und zwar deutlich.

Von 2004 bis 2006 stellten sich 78 von 89 noch lebenden Teilnehmern für die Untersuchungen zur Verfügung. Von diesen hatten in den vergangenen drei Jahrzehnten 16,7 Prozent paroxysmales oder permanentes Vorhofflimmern entwickelt - eine Rate, die erheblich über der in der Allgemeinbevölkerung (unter 1 Prozent) liegt und annähernd nur in der Altersgruppe der über 80-Jährigen erreicht wird (Europ J Cardiovasc Prev & Rehabil 17, 2010, 100). Das mittlere Alter bei erstmaligem Auftreten der Arrhythmie betrug 59 Jahre. Bei keinem der Betroffenen gab es zu diesem Zeitpunkt Hinweise auf eine strukturelle Herzerkrankung.

Zwei Merkmale, die prädiktiv für das Auftreten von Vorhofflimmern waren, wurden identifiziert: ein langsamer Herzschlag (Bradykardie) und ein großer linker Vorhof - beides bei Ausdauersportlern häufig anzutreffende Charakteristika. Keine Beziehung bestand hingegen zur Anzahl der Jahre, in denen Ski-Langlauf aktiv betrieben wurde. Für die Empfehlung, ab einem bestimmten Alter Trainungsvolumen und/oder Intensität zu reduzieren, reichen die Daten nach Ansicht der Autoren nicht aus. Sie raten aber dazu, bei Auftreten von Vorhofflimmern den Trainingseifer zu drosseln, bis der Herzrhythmus wieder unter Kontrolle ist.

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