Ärzte Zeitung, 23.12.2013

Kommentar zur Vorhofflimmern-Studie

Abgespeckt im Rhythmus

Von Beate Schumacher

Die Empfehlung in der 60 Seiten dicken Pocket-Leitlinie Vorhofflimmern der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ist ziemlich dürr. Dort heißt es lediglich, dass bei einem betroffenen Patienten Übergewicht "erfasst und adäquat behandelt werden" soll.

Das hat wohl damit zu tun, dass Übergewicht zwar ein etablierter Risikofaktor für die Entwicklung eines Vorhofflimmerns ist: Wenn der BMI um eine Einheit ansteigt, erhöht sich das Erkrankungsrisiko um vier bis fünf Prozent.

Doch über die Auswirkungen von Übergewicht bei bestehender Rhythmusstörung gibt es bisher widersprüchliche Daten. Und kontrollierte Studien zum Nutzen einer Gewichtsreduktion fehlten bisher ganz.

Australische Kardiologen haben das Verdienst, diese Lücke jetzt geschlossen zu haben. Die Ergebnisse ihrer Studie sind beachtlich. Mit Diät und Sport gingen bei Patienten mit Vorhofflimmern außer dem Gewicht auch die Symptome und sogar die strukturellen Veränderungen am Herzen zurück.

Auch wenn noch nicht bewiesen ist, ob die Gewichtsreduktion auch Schlaganfallrate und Mortalität reduzieren kann - in der Therapie des Vorhofflimmerns sollten Abspeckprogramme zukünftig mehr Gewicht erhalten.

Lesen Sie dazu auch:
Vorhofflimmern: Abspecken bringt das Herz wieder in Takt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »