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Extra vergine

Mehr Olivenöl, seltener Vorhofflimmern

Wer eine mediterran geprägte Ernährung jeden Tag noch mit reichlich Olivenöl anreichert, sorgt anscheinend auch dafür, dass sein Herz nicht so leicht aus dem Takt gerät. Das Risiko für Vorhofflimmern wird dadurch nämlich geringer, wie neue Studiendaten vermuten lassen.

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Olivenöl - gut für den Takt.

Olivenöl - gut für den Takt.

© juan ignacio laboa / iStock / Getty Images

PAMPLONA. Eine Gruppe spanischer Forscherhat in einer prospektiven randomisierten Studie (PREDIMED) bei 7447 Personen mit Risikofaktoren wie Diabetes oder Hypertonie den Nutzen der "Mittelmeer-Diät" in der Primärprävention von kardiovaskulären Erkrankungen untersucht.

Im Studienarm der Teilnehmer mit mediterraner Kost sollte viel Obst, Gemüse, Fisch und wenig Fleisch und Wurst auf den Tisch kommen, ergänzt entweder um reichlich Olivenöl (extra vergine) oder eine tägliche Portion Nüsse. Die Probanden der Kontrollgruppe erhielten lediglich Ratschläge in Sachen fettreduzierte Ernährung (N Engl J Med 2013; 368: 1279). Nach knapp fünf Jahren waren insgesamt 288 kardiovaskuläre Ereignisse (Schlaganfall, Herzinfarkt, kardiovaskulärer Tod) aufgetreten, davon 96 (3,8 Prozent) in der Olivenöl-Gruppe, 83 (3,4 Prozent) in der Nüsse-Gruppe und 109 (4,4 Prozent) in der Kontrollgruppe. Nach Adjustierung für Unterschiede zwischen den Gruppen war das relative Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse am Ende bei mediterraner Kost signifikant um 30 Prozent (Olivenöl-Gruppe) respektive 28 Prozent (Nüsse-Gruppe) niedriger als in der Kontrollgruppe. Obwohl Vorhofflimmern nicht als primärer Endpunkt festgelegt war, galt das Interesse der Untersucher auch dem Einfluss der unterschiedlichen Ernährungsweisen auf die Inzidenz dieser häufigen Arrhythmie. Die Ergebnisse einer entsprechenden Analyse sind jetzt publiziert worden.

Inzidenz von Vorhofflimmern um 38 Prozent verringert

Grundlage dieser "sekundären" Analyse bildeten die Daten jener 6705 Teilnehmer, die zu Studienbeginn kein Vorhofflimmern hatten und im Studienverlauf regelmäßig auf diese Arrhythmie hin untersucht worden waren.

Im Laufe von knapp fünf Jahren sind dabei insgesamt 246 Fälle von neu aufgetretenem Vorhofflimmern diagnostiziert worden. Davon entfielen 72 auf die Gruppe mit mediterraner Kost plus vermehrtem Olivenölkonsum, 62 auf die Gruppe mit mediterraner Kost plus vermehrtem Nüsseverzehr und 92 auf die Kontrollgruppe.

Die Probanden in der Olivenöl-Gruppe hatten demnach ein signifikant um 38 Prozent niedrigeres Risiko für Vorhofflimmern als Probanden der Kontrollgruppe. Für die um den Verzehr von Nüssen ergänzte Mittelmeer-Kost ergab sich kein signifikanter Vorteil hinsichtlich des Arrhythmie-Risikos.

Allerdings sollte man sich von der beeindruckenden relativen Risikoreduktion nicht täuschen lassen. Absolut betrachtet war der Vorteil zugunsten der Olivenöl-Gruppe eher marginal.

Die Unterschiede lassen sich nämlich realistischer auch so darstellen: Pro 100 Patientenjahre betrugen die Inzidenzraten für Vorhofflimmern 0,68 (Olivenöl-Gruppe), 0,99 (Nüsse-Gruppe) und 1,01 (Kontrollgruppe). Daraus lässt sich errechnen, dass rund 300 Probanden ein Jahr lang ausgiebig Olivenöl vom Extra-vergine-Typ konsumieren mussten, um einen Fall von neu aufgetretenem Vorhofflimmern zu verhindern.

Die präventive Wirkung von Olivenöl führen die Studienautoren unter anderem auf antiinflammatorische und antioxidative Wirkungen der darin enthaltenen Polyphenole zurück.

Auch Nüsse hätten entsprechende Wirkungen, allerdings seien diese vermutlich nicht so stark wie die von Olivenöl, so die Autoren. Zum qualitativen Unterschied komme noch ein quantitativer hinzu: Während Olivenöl 22 Prozent der täglichen aufgenommenen Gesamtmenge an Kalorien beisteuerte, lag der entsprechende Anteil der Nüsse an der Kalorienzufuhr nur bei acht Prozent. (ob)

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