Ärzte Zeitung, 23.06.2014

Neue US-Daten

Vorhofflimmern füllt verstärkt Krankenhäuser

Immer mehr Patienten müssen wegen Vorhofflimmern stationär behandelt werden. Das treibt die Kosten.

STATEN ISLAND. Vorhofflimmern wird zu einer immer größeren Herausforderung für das Gesundheitswesen - nicht zuletzt wegen der dadurch verursachten Kosten. Größter Kostentreiber sind wegen dieser Arrhythmie notwendige Hospitalisierungen.

Deren Zahl hat in den USA innerhalb eines Jahrzehnts deutlich zugenommen, wie Ergebnisse der Analyse einer Arbeitsgruppe um Dr. Nileshkumar Patel aus Staten Island, New York, verdeutlichen (Circulation 2014; 129: 2371). Die Forscher haben dafür Daten aus dem Nationwide Inpatient Sample (NIS) herangezogen. NIS ist die größte Datenbank für stationär aufgenommene Patienten in den USA.

Den Zahlen zufolge waren in den USA zwischen 2000 und 2010 in mehr als 1200 Kliniken in 45 US-Bundesstaaten insgesamt knapp 4 Millionen Klinikaufenthalte registriert worden, bei denen die primäre Diagnose bei Entlassung auf Vorhofflimmern lautete. Rund 70 Prozent aller Patienten waren älter als 65 Jahre.

In dieser Zeit stieg die Zahl der aufgrund von Vorhofflimmern veranlassten Klinikeinweisungen von knapp 313.000 im Jahr 2000 auf knapp 410.000 im Jahr 2010 - eine relative Zunahme um 23 Prozent.

Über 65-Jährige besonders häufig eingewiesen

Besonders ausgeprägt war die Zunahme in der Gruppe der über 65 Jahre alten Patienten. Die entsprechende Hospitalisierungsrate für Vorhofflimmern kletterte von 1552 auf 1802 stationäre Aufnahmen pro 1 Million US-Einwohner - ein signifikanter Anstieg um 14,4 Prozent.

Ein positiver Aspekt: Die Sterberate für die Zeit des stationären Aufenthaltes verringerte sich von 1,2 auf 0,9 Prozent - eine signifikante Abnahme um fast 30 Prozent. Unverändert blieb dagegen die Dauer des Klinikaufenthaltes, sie lag im Schnitt bei drei Tagen.

Trotzdem erhöhten sich die Kosten pro Patienten im Untersuchungszeitraum inflationsbereinigt von im Mittel 6410 US-Dollar auf 8439 US-Dollar - ein signifikanter Anstieg um 24 Prozent. (ob)

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