Ärzte Zeitung, 14.04.2016

Vorhofflimmern

Sport in Maßen schützt

Regelmäßige, aber mäßige körperliche Betätigung senkt das Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln. Das gilt im Vergleich zu Nichtstun, aber auch verglichen mit stärker belastenden Leibesübungen.

Von Robert Bublak

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Mäßige Anstrengung wie Fahrradfahren reduziert das Risiko von Vorhofflimmern, bei höherer Belastung dagegen steigt es tendenziell.

© warrengoldswain / iStock.com

TROMS¥/NORWEGEN. Für ihre Studie zum Zusammenhang von sportlicher Aktivität und Vorhofflimmern (VHF) analysierten Dr. Bente Morseth von der Universität Troms¢ und ihre Kollegen die Daten von über 20.000 Probanden, die an der dritten Runde der prospektiven Troms¢-Studie beteiligt gewesen waren (Eur Heart J 2016, online 10. März).

Dabei handelte es sich je zur Hälfte um Frauen und Männer, die 1986 und 1987 für die Untersuchung gewonnen und bis 2010 oder bis zum Auftreten von Vorhofflimmern nachverfolgt worden waren.

Bei 750 Studienteilnehmern trat VHF auf - paroxysmal, persistent oder permanent. Mehr als 70 Prozent davon waren Männer. Probanden, die sich körperlich mäßig anstrengten, hatten ein 19 Prozent niedrigeres Risiko.

Als mäßiger Sport galt Gehen, Radfahren und Ähnliches in einer Dauer von wöchentlich mindestens vier Stunden. Die Vergleichsgruppe bestand aus Sitzsportlern, zum Beispiel Lesern und Fernsehzuschauern.

Bei höherer Belastung bis hin zum Wettkampfsport stieg die VHF-Gefahr wieder - tendenziell, aber nicht signifikant über das Risiko der Nichtstuer hinaus. Der Zusammenhang zwischen Sport und VHF ließ sich in einer J-Kurve abbilden.

Wegen der notorisch unzuverlässigen Angaben zum Freizeitsport stellten die Wissenschaftler das VHF-Risiko der Ruheherzfrequenz gegenüber, die im Allgemeinen mit der körperlichen Aktivität und der Fitness invers korreliert.

Wie sich zeigte, ging eine niedrigere Ruhefrequenz mit einem höheren VHF-Risiko einher. Umgekehrt bedeutete ein Anstieg der Ruhefrequenz um 10 Schläge pro Minute eine Minderung des VHF-Risikos um 8 Prozent.

Signifikant wurde der Unterschied bei Frequenzen über 60/Minute verglichen mit Ruhefrequenzen von unter 50/Minute. Bei Frauen wurde der Effekt allerdings erst später statistisch signifikant, nämlich ab Ruhefrequenzen von 90/Minute.

"Unsere Ergebnisse unterstüzen die Hypothese, dass körperliche Aktivität über zwei widerstreitende Mechanismen mit dem VHF-Risiko verbunden ist", schreiben Morseth und Kollegen in ihrem Resümee.

Einerseits schütze mäßige Betätigung ein sinkendes kardiovaskuläres Risiko; andererseits erhöhe stärkere Belastung die Gefahr über kardiale Anpassung und niedrige Ruheherzfrequenz. "Wir empfehlen, die Beziehung zwischen Sport und VHF weiter zu erforschen", so die Wissenschaftler, "und zwar bevorzugt unter Einbezug objektiver Messungen der körperlichen Aktivität."

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