Aussagekraft des Knöchel-Arm-Index bestätigt

BERLIN (gvg). Ein erniedrigter Knöchel-Arm-Index bedeutet für über 65jährige im Vergleich zur Normalbevölkerung gleichen Alters ein dreifach erhöhtes Todesrisiko innerhalb eines Jahres. Das zeigen Zwischenergebnisse der getABI-Studie, die gerade zu Ende geht.

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Für die getABI-Studie (German Epidemiological Trial on Ankle Brachial Index) wurde bei 6880 Patienten über 65 Jahren, die sich innerhalb einer Woche im November 2001 hintereinander in einer von 344 teilnehmenden Hausarztpraxen vorgestellt haben, der Knöchel-Arm-Index (ABI) bestimmt (die "Ärzte Zeitung" berichtete). Primärer Endpunkt der auf drei Jahre angelegten Untersuchung ist die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse in Abhängigkeit vom ABI.

"Bereits die Einjahresdaten zeigen, daß ein pathologischer ABI einen Risikoindikator für kardiovaskuläre Ereignisse darstellt", so Professor Harald Darius vom Klinikum Neukölln in Berlin. So sei in der getABI-Studie die Gesamtmortalität bei auffälligem ABI innerhalb eines Jahres mit 2,8 Prozent dreimal so hoch gewesen wie bei Patienten ohne pAVK (0,9 Prozent).

Auch beim kombinierten kardiovaskulären Endpunkt, der außer Todesfälle auch Myokardinfarkte, Schlaganfälle und Revaskularisationen umfaßt, liege die Ereignisrate nach zwölf Monaten dreimal höher, was statistisch signifikant sei, so Darius auf einer vom Unternehmen Sanofi-Aventis unterstützten Veranstaltung in Berlin.

"Die getABI-Untersuchung unterstützt die Bedeutung der AVK als Marker-Erkrankung für zukünftige schwere kardio- oder zerebrovaskuläre Ereignisse", sagte der Kardiologe. Bestätigen die Dreijahresdaten, die im kommenden Jahr vorliegen sollen, die Einjahresdaten, stelle sich die Frage, inwieweit ein auffälliger ABI ausreiche, um in der Sekundärprophylaxe nach Schlaganfall von ASS auf Clopidogrel - vom Unternehmen angeboten als Plavix® - umzusteigen, so Darius.



STICHWORT

Knöchel-Arm-Index

Die Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ABI , Ankle Brachial Index) erfolgt mit einer Dopplerstiftsonde. Am distalen Unterschenkel wird im Liegen eine Druckmanschette angelegt und der Blutdruck der Arteria tibialis anterior und der Arteria tibialis posterior bestimmt. Benötigt werden außerdem die beiden Werte für den Oberarmblutdruck.

Der rechte beziehungsweise linke ABI errechnet sich als Quotient aus dem höheren der beiden rechten beziehungsweise linken Fußdrücke geteilt durch den höheren der beiden Oberarmdrücke. Ein ABI unterhalb von 0,9 gilt als Hinweis auf eine pAVK. Ein ABI unterhalb von 0,7 spricht für höhergradige Gefäßveränderungen.

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