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Gefäßkranke Patienten sind noch erheblich unterversorgt

ORLANDO (ner). Ergebnisse einer globalen Erhebung zur Atherothrombose, dem REACH-Register, haben eine massive Unterversorgung der Patienten ergeben, und zwar weltweit. Als Marker-Erkrankung könne die arterielle Verschlußkrankheit (AVK) dienen, hieß es beim Jahreskongreß des American College of Cardiology (ACC) in Orlando im US-Staat Florida.

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Obwohl in Westeuropa 70 Prozent der in der Studie registrierten Atherothrombose-Patienten ein Statin erhalten, erreichten nur etwa die Hälfte das Behandlungsziel, also einen Gesamtcholesterin-Wert von weniger als 200 mg/dl. Darauf wies Professor Philippe Gabriel Steg vom Hopital Bichat in Paris in Frankreich hin.

Das Problem der Atherothrombose werde erheblich unterschätzt, so Steg bei einer Veranstaltung der Unternehmen Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb. So haben in West-Europa 40 Prozent der Atherothrombose-Patienten zugleich einen Diabetes mellitus, 80 Prozent eine Hypertonie, und drei von vier Patienten haben eine Hypercholesterinämie.

16 Prozent der Studienteilnehmer rauchen noch, trotz bereits bekannter Diagnose. Erschwerend komme nach Ansicht von Steg hinzu, daß diese Daten nur einen Teil der eigentlichen Problematik darstellen, denn erfaßt sind nur Patienten, die bereits beim Arzt in Behandlung sind. Die Zahl der Raucher in der Allgemeinbevölkerung ist zum Beispiel deutlich größer.

Bei sehr vielen Atherothrombose-Patienten überschneiden sich mehrere Risiken. 71 Prozent der AVK-Patienten leiden zugleich unter einer kardiovaskulären und einer zerebrovaskulären Erkrankung, sagte Professor Deepak Bhatt von der Cleveland Clinic Foundation in Cleveland im US-Staat Ohio.

Überhaupt könne die AVK als Marker-Erkrankung der Atherothrombose gelten. Von den mehr als 60 000 in das REACH-Register eingeschlossenen Patienten haben 11 000 eine AVK. Umgekehrt haben 70 Prozent der AVK-Patienten nicht nur ein Gefäß-Problem in den Beinen, sondern im ganzen Körper. AVK-Patienten bräuchten die besondere Aufmerksamkeit der Ärzte, weil bei ihnen das Ausmaß der Unterversorgung besonders ausgeprägt sei, so Bhatt.

Um das Problem der mangelnden Wahrnehmung und der Unterversorgung zu lösen, sind nach Stegs Ansicht einerseits die Hausärzte gefragt, andererseits aber auch Spezialisten. "Wir haben weltweit nicht genügend Spezialisten" für atherothrombotische Gefäßerkrankungen, meinte Professor Magnus Ohman von der University of North Carolina in Chapel Hill in den USA. Aber auch in der Öffentlichkeit müsse die Aufmerksamkeit verstärkt werden, hieß es.

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