Ärzte Zeitung, 21.11.2011

Gehtraining bei proximaler PAVK wirksamer als Stents

Ein Trainingsprogramm ist bei proximaler arterieller Verschlusskrankheit einem Stenting der Gefäßstenosen überlegen. Beide schneiden wiederum besser ab als die alleinige Pharmakotherapie.

Gehtraining bei proximaler PAVK wirksamer als Stents

MRT-Angiografie mit Stenose der rechten Beckenarterie.

© PD Susanne Ladd, Essen

ORLANDO (DE). Bei Patienten mit proximaler PAVK mit Gefäßverschlüssen des aortoiliakalen Segmentes ist die betroffene ischämische Muskelmasse größer als bei Patienten mit distalen Gefäßverschlüssen. Aus diesem Grund haben diese Patienten oft ausgeprägtere Claudicatio-Beschwerden.

Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass solche Patienten weniger von einem Gehtraining profitieren. Schließlich ist eine Stent-Revaskularisierung proximal einfacher und besser durchzuführen als distal im femoropoplitealen Segment.

Vor diesem Hintergrund wurde eine Studie geplant, an der 111 Patienten mit aortoiliakaler PAVK und mittel- bis hochgradigen Claudicatio-Symptomen teilnahmen. Alle Patienten erhielten Cilostazol sowie den ärztlichen Rat zu Bewegung und gesunder Ernährung bei monatlichen Kontakten.

In Gruppe 1 (Kontrollgruppe) blieb es bei dieser Therapie. In Gruppe 2 wurde die Gefäßstenose zusätzlich endovaskulär beseitigt und mit einem Stent versorgt. Die Patienten der Gruppe 3 nahmen 78 Wochen lang an einem überwachten Trainingsprogramm mit drei einstündigen Einheiten pro Woche teil.

Primärer Endpunkt war die Verlängerung der Gehstrecke nach sechs Monaten. Die Studienhypothese lautete: Revaskularisierung plus Stent verlängert die Gehstrecke mindestens um 30 Prozent mehr als das Gehtraining.

Die Annahme, dass Stents am besten sind, wurde widerlegt

Heraus kam mehr oder weniger das Gegenteil: Nach sechs Monaten war die Gehstreckenverlängerung am größten in der Trainingsgruppe (plus 5,8 Minuten), mittelmäßig in der Stentgruppe (plus 3,7 Minuten) und am geringsten in der alleinigen medikamentösen Gruppe (plus 1,7 Minuten).

Die Zeit bis zum Einsetzen der Claudicatio-Symptome wurde um 3 Minuten in der Trainingsgruppe, um 3,6 Minuten in der Stentgruppe sowie um 0,7 Minuten in der Kontrollgruppe verlängert. Zusätzlich Training oder Stent schnitten im Vergleich zur rein medikamentösen Therapie auch hier signifikant besser ab.

Bei peripherer PAVK stehen Vergleichsstudien noch aus

Bei peripherer PAVK haben sich eine Pharmakotherapie mit Cilostazol, überwachtes Gehtraining sowie eine Revaskularisierung in prospektiven randomisierten Studien als wirksam erwiesen. Alle drei Therapieoptionen werden von den Leitlinien empfohlen. Miteinander verglichen wurden diese Therapieformen bisher aber noch nicht.

[21.11.2011, 23:04:57]
Dr. Diethard Friedrich 
Gehtraining hilft tatsächlich
Seit Jahren leide ich selbst unter einer PAVK. Nach einer Knieoperation meiner Frau begann ich zusammen mit ihr diesmal zielgerichtet ein aufbauendes Gehtraining. Der Erfolg war beeindruckend. Die schmerzfreie Gehstrecke wurde zusehends wöchentlich länger. Nach diesem Erfolg wurde das Programm fortgesetzt. Seit 2 Jahren hat die schmerzfreie Strecke sich nicht verkürzt. zum Beitrag »
[21.11.2011, 16:32:35]
Peter Peschel 
Warum immer nur Medikamente – Impulse helfen auch
Die IPK/AIK (Intermitierende Pneumatische Kompressionstherapie) gem. S2 Leitlinie: Intermittierende pneumatische Kompression (IPK oder AIK) |... http://www.phlebology.de/Deutsche-Gesellschaft-fur-Phlebologie/leitli...
S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE) Version vom 18. März 2009
Einsatz von AV Impulse-Systeme kann Thrombo- Komplikationen senken u. hilft auch bei aPVK.
Diese Technik imitiert den Gehvorgang im Venenplexus des Fußes und hilft daher auch bei immobilisierten Patienten.
Durch den zusätzlichen häuslichen Einsatz o.a. Geräte gibt es die Möglichkeit einer effektiven pAVK Therapie und einer TVT – Therapie / Thrombo–Embolieprophylaxe, schnellere Abschwellungen, wie auch eine verbesserte Wundheilung um bis zu ca.30% erzielen zu können. Die Anwendung von mechanischen Geräten zur intermittierenden Fuß/Hand-Impulskompression des Venenplexus , AV-Impulse-System , fördert die Durchblutung u. Lymphaktivität sowie den Zu-u. Abfluss von O2/CO2 u. metabolischen Stoffen, damit einhergehend auch eine Absenkung der genannten Komplikationsraten.
Die Geräte können dem Patienten verordnet werden so dass er zu Hause u. in der Klinik damit arbeiten kann, ca. 4 Std/tgl. Eine Hilfsmittel-Nr.ist vorhanden und die anfallenden Kosten können somit von den Kassen übernommen werden u. belasten nicht das Heilmittelbudget der Praxis.
Der Einsatz ist auch in den IPB /AVK Leitlinien S2 Phlebologie 2007, benannt, wie auch in der neuen S3 Leitlinie von 2009 .
.Pitto et.al.Biomed Tech,2001 Hemodynamics-PneumaticFootCompression ;
Pitto Mechanicl Prophylaxe of Deep VT, Journ.of Bone a.Joint Surgery,2004;
G.M.Ivanic et al. Die interm.Impulskompression zur Abschwellung u.Thromboseprophylaxe-Pilotstudie nach Hüft-TEP,Unfallchirug 2006 zum Beitrag »
Intensivmedizin .Yamashita, et.al. 15,Blood Flow Velocity of the Feroral Vein with Foot Exercise Compared to Pneumatic Foot Compression Clinical Anästhesia , 2005
Weitere Literatur Info: http://www.oxycare-gmbh.de/literatur/krankheiten-literatur/gef%C3%A4%C3%9F-probleme.html
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »