Ärzte Zeitung, 13.11.2012

PAVK

Viererbande macht die Arterien dicht

Rauchen, Hypertonie, Hypercholesterinämie, Diabetes - wird nach den Verursachern peripherer Arterienverschlüsse gesucht, stehen vier Übeltäter auf dem Steckbrief.

Viererbande macht die Arterien dicht

Raucher haben ein erhöhtes Risiko für PAVK.

© Brett Mulcahy / fotolia.com

BOSTON. Forscher der Harvard Medical School in Boston hatten 1986 mehr als 50.000 Männer mit Gesundheitsberufen im Alter zwischen 40 und 75 Jahren in die "Health Professionals Follow-up Study" aufgenommen (JAMA 2012; 308 (16): 1660-1667).

Alle zwei Jahre wurden Daten erhoben. Die Nachbeobachtung erstreckte sich über mehr als 24 Jahre, in der Analyse wurden letztendlich Daten von rund 45.000 Personen berücksichtigt.

Ziel war es, den Beitrag der Risikofaktoren zur Genese der PAVK zu ermitteln.

537 PAVK-Fälle diagnostiziert

Insgesamt wurden 537 PAVK-Fälle diagnostiziert - eine geringe Quote, die aber auf die strenge Definition der PAVK zurückzuführen sein dürfte.

Dazu zählten Fälle von Amputation oder Revaskularisation aufgrund des Verschlusses einer Beinarterie, angiografisch bestätigte Stenosen von mindestens 50 Prozent mit ipsilateralen Symptomen, ein Knöchel-Arm-Index unter 0,9 in Ruhe beziehungsweise eine ärztlich bestätigte PAVK.

Erwartungsgemäß standen Männer ohne Risikofaktoren am besten da: Im Vergleich zu den anderen Probanden lag ihr PAVKRisiko 77 Prozent niedriger.

Lag ein Risikofaktor vor, erhöhte sich die Inzidenz im Mittel um den Faktor 2,5. Für 2 / 3 / 4 Risikofaktoren betrug die Steigerung der PAVK-Inzidenz 5,2 / 10,2 / 20,7.

Rauchen langfristig von Nachteil

Während Rauchen, Hypertonie und Diabetes für sich betrachtet in annähernd gleichem Maß zur Erkrankungsrate beitrugen, indem sie das Risiko jeweils verdoppelten bis verdreifachten, war der Effekt der Hypercholesterinämie mit einer Risikosteigerung um zirka 30 Prozent geringer.

Auffällig war auch, dass Hypertonie die PAVK-Gefahr nicht abhängig von der Dauer, sondern lediglich abhängig von der Schwere beeinflusste.

Bei den anderen Faktoren stieg das Risiko hingegen linear mit der Zeit. Interessant für Raucher: Auch 20 Jahre nach Rauchstopp lag das Risiko für eine PAVK immer noch deutlich über jenem von lebenslangen Nichtrauchern.

Und das Erkrankungsrisiko hing von der Menge ab: Wer 25 und mehr Zigaretten täglich rauchte, lief knapp 13-fache PAVK-Gefahr, 65 Packungsjahre verachtfachten das Risiko.

Insgesamt war bei 96 Prozent aller PAVK-Diagnosen mindestens einer der vier Risikofaktoren im Spiel. Statistisch gesehen ließe sich die PAVK-Inzidenz um 75 Prozent senken, würden die Einflüsse von Rauchen, Hypertonie, Hypercholesterinämie und Diabetes eliminiert. (rb)

Leitlinien zu PAVK: www.awmf.org

Quelle: www.springermedizin.de

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