Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Schlaganfall reicht die MRT - denn frisches Blut wird sicher erkannt

HEIDELBERG (gwa). Bald könnte die Magnetresonanztomographie (MRT) die Computertomographie (CT) als diagnostischen Goldstandard bei Verdacht auf hämorrhagischen Infarkt ablösen. Derzeit wird zusätzlich zur MRT, die Routine in Schlaganfallzentren ist, vor einer geplanten Lysetherapie bei ischämischem Schlaganfall noch eine CT zum Blutungsausschluß gemacht.

Veröffentlicht:

Mit der MRT sind Hirnstrukturen und Gefäßverschlüsse viel deutlicher erkennbar als mit der CT. Die wiederum wird bislang zusätzlich gemacht, um frische Hirnblutungen zu identifizieren. Doch eine solche Doppeluntersuchung kostet wichtige Zeit.

Jetzt haben Dr. Jochen Fiebach von der Uni Heidelberg und seine Kollegen in einer Multicenter-Studie bei 124 Patienten belegt, daß mit der MRT akute Hirnblutungen in den ersten sechs Stunden ebenso sicher erkannt werden wie mit der CT, was Doppeluntersuchungen überflüssig macht ("Stroke" 35, 2004, 502).

In der Studie wurden Patienten mit Schlaganfall-Symptomen innerhalb der ersten sechs Stunden nach Beginn der Symptome direkt nacheinander jeweils mit CT und MRT untersucht. Die Reihenfolge legten die beteiligten Zentren fest. Die MRT-Bilder wurden von MRT-erfahrenen Kollegen und von Medizinstudenten im letzten klinischen Semester beurteilt. Die Diagnosen wurden dann mit den CT-Befunden verglichen.

Ergebnis: Die erfahrenen Untersucher erkannten die Blutungen auf den MRT-Bildern sicher (Sensitivität und Spezifität 100 Prozent). Auch die Medizinstudenten waren auffallend gut (Sensitivität und Spezifität 95 Prozent). Die Menge des Blutes betrug im Mittel 17 ml (1 bis 102 ml). Charakteristisch für Blutungen: Sie sehen aus wie Zielscheiben.

Aber nicht nur große, sondern auch sehr kleine Blutungen, die mit der CT nicht erkennbar waren, wurden mit der MRT gesehen (bei zwei Patienten). Auch solche Befunde können für eine Entscheidung pro oder contra Lyse wichtig sein.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt