Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung, 10.02.2004

Laryngoskopie deckt Schluckstörung nach Schlaganfall auf

Speichel- und Speisereste am Kehlkopf lassen auf Schluckprobleme schließen / Schonende Alternative zur Röntgenkinematographie

MÜNSTER (grue). Patienten mit Schluckstörungen nach Schlaganfall haben ein hohes Risiko für eine Aspirations-Pneumonie. Durch eine Kehlkopfspiegelung kann eine Dysphagie recht zuverlässig erkannt werden.

Standardverfahren zur Diagnose von Dysphagien ist zwar die Röntgenkinematographie, aber eine solche kontrastmittelgesteuerte Untersuchung ist aufwendig und belastet die Patienten mit Strahlung. Einfacher und schonender ist die Laryngoskopie, wie Dr. Rainer Dziewas von der Universität Münster bei einer neurologischen Arbeitstagung in Münster gesagt hat.

Für die Untersuchung mit dem Kehlkopfspiegel ist kein Kontrastmittel nötig, und der Patient muß nicht aktiv mitarbeiten. Zwar wird der Schluckvorgang mit dem Endoskop nicht vollständig erfaßt, aber Speichel- und Speisereste am Kehlkopf lassen auf Schluckprobleme schließen.

Solche Patienten sollten frühzeitig enteral ernährt werden, sagte Dziewas. Denn aspirierte Nahrung ist oft Ursache einer Lungenentzündung. Außerdem: Pneumonien verlaufen bei Schlaganfall-Patienten zu 27 Prozent tödlich und sind mit einer dreifach erhöhten 30-Tage-Mortalität verknüpft, so das Ergebnis einer Metaanalyse.

Patienten mit Dysphagie bekommen häufig eine Magensonde. Sie schützt aber nicht ausreichend vor einer Aspirations-Pneumonie, da Speichel mit Bakterien und regurgitierter Mageninhalt dennoch in die Luftröhre gelangen können. Mit einer PEG-Sonde gibt es ähnliche Probleme.

Dziewas: "Da über 80 Prozent der Patienten nur für höchstens zwei Wochen Schluckstörungen haben, ist eine perkutane endoskopische Gastrostomie als Routine-Maßnahme ohnehin nicht zu empfehlen". Der Kollege schlägt vor, die Patienten zur Minderung des Pneumonie-Risikos antibiotisch zu behandeln. Zur Dekontamination des Gastrointestinaltraktes können nicht-resorbierbare Antibiotika wie Polymyxin B und Antimykotika angewendet werden. Sie werden als Paste in die Mundhöhle und als Lösung über die Sonde in den Magen gegeben, bis die Patienten wieder schlucken können.

Eine Alternative dazu wäre bei Risikopatienten mit schwerer Parese und verminderter Vigilanz eine Tracheotomie. Sie schützt vor Aspiration, weil die Trachealkanüle mit Ballon den Weg von der Mundhöhle zur Lunge versperrt. Außerdem ist eine komplette Bronchialhygiene möglich, die den Patienten das transnasale Absaugen von Schleim erspart.

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