Ärzte Zeitung, 25.03.2004

Rehabilitation sollte schon eine Woche nach Schlaganfall beginnen

Es gibt genug Kliniken und Plätze / Zentren bieten neue Therapiekonzepte an

BERLIN (gvg). Eine Rehabilitation nach Schlaganfall ist - wie nach Herzinfarkt auch - ganz wichtig. Neurologen streben inzwischen einen Beginn der Reha etwa eine Woche nach Schlaganfall an.

"Es gibt genug Kliniken und genug Rehabilitationsplätze", sagte Professor Horst Hummelsheim vom Neurologischen Rehabilitationszentrum der Uni Leipzig zur "Ärzte Zeitung". Wie schnell Patienten in eine Rehabilitationseinrichtung verlegt würden, sei aber noch sehr unterschiedlich. Generell streben Neurologen heute bei Schlaganfall-Patienten eine frühe Rehabilitation an, möglichst etwa eine Woche nach dem Akutereignis. Von einer noch früheren Verlegung rät Hummelsheim ab.

Eine gute Versorgung in Deutschland von Patienten nach Schlaganfall sieht auch Privatdozent Thomas Platz vom Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Berlin. Außerdem kämen in vielen Einrichtungen neue Rehabilitationskonzepte zur Erprobung.

Große Hoffnung sei in die Therapie mit Amphetaminen gesetzt worden, um die Erfolgsaussichten einer Rehabilitation zu verbessern. Doch hätten Placebo-kontrollierte Studien Zweifel an der Effektivität aufkommen lassen. "Viele Untersuchungen laufen auch mit der rehabilitationsbegleitenden Therapie mit L-Dopa bei Patienten mit Halbseitenlähmung und Piracetam bei Aphasiepatienten", berichtet Platz. Für Empfehlungen sei es aber noch zu früh.

Der wichtigste Einflußfaktor für den Erfolg einer Schlaganfallrehabilitation sei der Zustand, in dem Patienten in die Reha-Einrichtung kommen, so Hummelsheim. Ungünstige prädiktive Faktoren seien Inkontinenzsymptome und ein Neglect, bei dem Betroffene etwa eine Körperseite nicht mehr wahrnehmen.

Auch bei alten Menschen sind die Aussichten einer Reha weniger gut. Doch liege das im Alter erreichbare Leistungsniveau, mit dem Betroffenen zufrieden sind, niedriger und sei deshalb leichter erreichbar, betonte Platz.

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