Ärzte Zeitung, 18.05.2004

Oft Kopfschmerz bei Schlaganfall

Meist liegt ischämischer Insult im Kleinhirn vor / Studie mit 2200 Patienten

MANNHEIM (ner). Plötzliche Kopfschmerzen können auch ein Zeichen für einen ischämischen Schlaganfall sein. Jeder vierte Patient hat mit Beginn der Schlaganfall-Symptome Kopfschmerzen, hieß es bei der Europäischen Schlaganfall-Konferenz in Mannheim.

Bei knapp 2200 Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) haben die Neurologin Dr. Susanne Tentschert aus Wien und ihre Kollegen die Assoziation zu Kopfschmerzen untersucht.

27 Prozent der Teilnehmer gaben in der prospektiven Untersuchung an, mit Beginn der Schlaganfall-Symptome meist als dumpf, drückend oder scharf beschriebene Kopfschmerzen gehabt zu haben, berichtete Tentschert. In 60 Prozent der Fälle waren die Schmerzen beidseitig.

Besonders betroffen sind Frauen sowie Patienten unter 40 Jahre. Auch wenn zuvor eine Migräne bekannt war, traten signifikant häufiger Kopfschmerzen beim Schlaganfall auf als bei anderen Patienten.

Zudem scheinen die Kopfschmerzen einen Hinweis auf die Lokalisation der Ischämie im Gehirn zu geben. Denn überdurchschnittlich oft treten Kopfschmerzen nach dieser Studie dann auf, wenn das Kleinhirn betroffen ist. Eine Erklärung für die Schmerzen können die Neurologen noch nicht liefern.

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