Plädoyer für Kombitherapie nach Schlaganfall

MANNHEIM (gvg). In der Sekundärprophylaxe nach einem Schlaganfall oder einer TIA sollte eine ASS-Monotherapie heute die Ausnahme bleiben. Bei Patienten mit mittlerem kardiovaskulären Risiko gibt es bei der Reduzierung schwerer kardiovaskulärer Ereignisse für eine Kombination aus ASS und Dipyridamol die besten Daten.

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Die ESPS-2-Studie (European Stroke Prevention Study) hat ergeben, daß mit der zweimal täglich eingenommenen Fixkombination von 25 mg ASS und 200 mg Dipyridamol (Aggrenox®) das relative Risiko für einen Schlaganfall, einen Myokardinfarkt oder einen kardiovaskulären Tod um 37 Prozent geringer ist im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Zudem ist es um 15 bis 20 Prozent niedriger verglichen mit der ASS-Monotherapie-Gruppe. Daran hat der Neurologe Professor Hans-Christoph Diener aus Essen während einer Veranstaltung des Unternehmens Boehringer Ingelheim beim Europäischen Schlaganfallkongreß in Mannheim erinnert.

Bei einer ASS-Monotherapie müßten etwa 100 Patienten ein Jahr lang behandelt werden, um ein schweres Ereignis zu verhindern, so Diener. Bei einer Behandlung mit ASS/Dipyridamol seien es dagegen nur 36 Patienten. Einfacher ausgedrückt sei die Kombination doppelt so gut.

Eine ASS-Monotherapie würde der Neurologe nur noch bei jüngeren Patienten mit unkompliziertem Schlaganfall oder einer TIA erwägen, wenn keine zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktoren vorliegen und mit dem Gefäßdoppler keine auffälligen Arterienveränderungen sichtbar sind. Daten mehrerer Schlaganfallregister zufolge erhielten in Deutschland noch immer 15 bis 20 Prozent aller Schlaganfallpatienten zur Sekundärprophylaxe ausschließlich ASS.

"Das ist eindeutig zuviel", befand Diener. Er appellierte in Mannheim eindringlich, einen Patienten, der mit ASS/Dipyridamol oder auch Clopidogrel aus der Klinik entlassen wird, nicht aus Kostengründen auf eine ASS-Monotherapie umzustellen.

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