Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

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Ärzte Zeitung, 25.05.2004

Bei konsequenter Therapie gibt es wirklich weniger Schlaganfälle

Nutzen ist in Primär- wie Sekundärprävention in Studien vielfach belegt

NEU-ISENBURG (Rö). Mit konsequenter Verringerung der vaskulären Risikofaktoren läßt sich die Inzidenz von Schlaganfällen tatsächlich vermindern, obwohl es immer mehr ältere Menschen gibt und zudem die Lebenserwartung weiter steigt. Dies belegen Daten, die kürzlich bei der Europäischen Schlaganfall-Konferenz in Mannheim vorgestellt worden sind.

So ist die Schlaganfall-Inzidenz von 2,3 pro 1000 Einwohnern in den 80er Jahren auf 1,6 pro 1000 Einwohner 2002 zurückgegangen, hat zum Beispiel eine Untersuchung in der Region Oxfordshire in England ergeben. Und das, obwohl das Durchschnittsalter in der Bevölkerung gestiegen ist und sich der Anteil der über 75jährigen um 35 Prozent erhöht hat.

Erreicht wurde dieser Präventionserfolg durch Verminderung wesentlicher Risikofaktoren. So korreliert die Verminderung der Schlaganfall-Neuerkrankungen mit der Abnahme des durchschnittlichen systolischen Blutdrucks von 156 mmHg auf 146 mmHg, mit der Verringerung des Anteils der Raucher von 31 auf 15 Prozent und mit der Abnahme des Gesamtcholesterins um 40 mg/dl.

Stärkster Risikofaktor ist der hohe Blutdruck. Er wird außer dem Alter deshalb auch bei der Aktion "Suchen Sie das Risiko!" berücksichtigt, die derzeit in Praxen läuft. Bei einem systolischen Blutdruck von 159 mmHg ist das Risiko für einen Schlaganfall etwa um 40 Prozent höher als bei einem Blutdruck von 140 mmHg. Und 140/90 mmHg ist bekanntlich der Grenzwert, unter dem nach den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation und den Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga der Blutdruck auf jeden Fall liegen sollte.

Daß eine medikamentöse Blutdrucktherapie zur Senkung des Schlaganfallrisikos beiträgt, haben Interventionsstudien schon seit langer Zeit belegt: So war in der SHEP-Studie (Systolic Hypertension in the Elderly Program) bei einer Senkung eines isolierten systolischen Bluthochdrucks um zwölf mmHg durch Chlortalidon die Schlaganfall-Rate im Vergleich zu Placebo um 36 Prozent niedriger.

In der SYST-EUR-Studie (Systolic Treatment in Europe Trial) hatte der Kalziumantagonist Nitrendipin eventuell kombiniert mit Enalapril und Hydrochlorothiazid, eine ähnlich protektive Wirkung. Auch STOP-1 (Swedish Trial in Old Patients with Hypertension) mit Hydrochlorothiazid plus Amilorid hat den Nutzen der Blutdrucksenkung belegt.

Inzwischen ist auch für ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten die Risikominderung nachgewiesen, so in der HOPE-Studie mit Ramipril und in der der LIFE-Studie (Losartan Intervention for Endpoint reduction in hypertension)-Studie mit Losartan. In dieser Studie die Schlaganfall-Rate im Vergleich zu Atenolol um 25 Prozent geringer, obwohl die Blutdrucksenkung gleich war und der Druck identisch war. Die Senkung um 25 Prozent kommt also als weiterer Effekt zu dem durch den Betablocker hinzu.

Eine mögliche Erklärung für den Zusatznutzen ist ein antiarrhythmischer Effekt das AT-II-Antagonisten: In der LIFE-Studie war die Rate an neuem Vorhofflimmern bei Losartan signifikant um 30 Prozent niedriger als bei Atenolol. Und Vorhofflimmern ist ein zusätzlicher Schlaganfall-Risikofaktor.

Mehrere Studien haben auch den Nutzen einer blutdrucksenkenden Therapie für Patienten belegt, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten. Bei ihnen sollte der Zielwert etwas niedriger liegen: unter 135/85 mmHg.

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