Ärzte Zeitung, 23.08.2004

Aktion zur Bestimmung des Apoplexie-Risikos läuft noch

Bereits bei 50 000 Patienten wurde das Risiko ermittelt

NEU-ISENBURG (eb). Die große Aktion zur Schlaganfall-Prävention in Hausarztpraxen: "Suchen Sie das Risiko" läuft weiter. Noch bis Ende August können sich Kollegen, die mitmachen möchten, dazu Informationen holen.

Bereits fast 5000 Kollegen machen inzwischen bei der Schlaganfall-Präventionsaktion in den Praxen mit. Sie haben bisher bei nahezu 50 000 Patienten das prozentuale Risiko bestimmt, in den nächsten zehn Jahren einen Schlaganfall zu bekommen. Die Kollegen verwenden dazu bei ihrer täglichen Praxisarbeit einen einfachen Schlaganfallkalkulator in Form einer Karte.

Auf der aufklappbaren Karte findet man typische Schlaganfall-Risikofaktoren. Die eine Hälfte der Karte ist für die Auswertung bei Männern, die andere für die Auswertung bei Frauen bestimmt. Grundlage für das Punktsystem ist der sogenannte d’Agostini-Score, ein Score, der auf Daten aus der bekannten Framingham-Studie beruht.

Für die einzelnen Schlaganfall-Risikofaktoren werden Punkte vergeben. Aus der Gesamtzahl der Risikopunkte läßt sich dann das prozentuale Risiko ablesen, in zehn Jahren einen Schlaganfall zu bekommen.

Die berechneten Risikoprozente werden dann anonymisiert und in Auswertungsbögen übertragen, die über das Unternehmen MSD zu beziehen sind. Das Unternehmen wird nach Abschluß der Aktion für jedes Prozent Risiko, das die Ärzte melden, einen Euro-Cent an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe für ihre Präventionsarbeit spenden.

Bei der Aktion wurden erhebliche Risiken aufgedeckt. Sie liegt bei 14 Prozent aller Untersuchten das Schlaganfall-Risiko bei mehr als 50 Prozent und bei weiteren 43 Prozent liegt es zwischen 20 und 49 Prozent. Bei den Risiko-Bestimmungen sind bereits 1 361 715 Risikoprozentpunkte ermittelt worden. Als Spendensumme des Unternehmens MSD für die Präventionsarbeit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stehen damit bisher 13 617,15 Euro für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fest. Aber es soll noch mehr werden.

Kollegen, die beim Endspurt der Aktion "Suchen sie das Risiko" noch mitmachen und Prozentpunkte sammeln möchten, erhalten dazu weitere Informationen bei MSD. Dort wurde dafür auch ein kostenloses Informationstelefon eingerichtet. Die Rufnummer ist 0800-066 12 78.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »