Ärzte Zeitung, 23.06.2005

Notruf 112 - Projekt der Schlaganfall-Hilfe

Notfall-Management soll verbessert werden

BERLIN (grue). Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat das Projekt Notfall-Management gestartet. Damit soll bei Schlaganfall-Patienten die Zeit bis zum Beginn der Therapie verkürzt werden.

Liz Mohn, Präsidentin der Stiftung, und Eva Luise Köhler, Ehefrau des Bundespräsidenten, haben das Projekt in Berlin vorgestellt. Es stützt sich auf drei Maßnahmen:

  • Schnellere Abläufe in Rettungsdienst und Krankenhaus,
  • verstärkte Schulung aller an der Notfallversorgung Beteiligten
  • und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Symptome des Schlaganfalls.

Unter dem Motto "Notruf 112 - das Leben wählen" wird der Schlaganfall als Notfall beschrieben, der immer zum raschen Handeln zwingt. Nach Symptombeginn bleiben bekanntlich nur drei bis höchstens sechs Stunden Zeit, um mit einer Therapie das für den Patienten Bestmögliche herauszuholen.

Das Konzept wird in zwei Regionen evaluiert. Die Ergebnisse gehen in ein Notfall-Management-Handbuch zum Schlaganfall ein, das Versorgungsleitlinien, Zuweisungskonzepte und Schulungsmaterial enthält.

Bisher erreiche nur jeder vierte Schlaganfall-Patient innerhalb von drei Stunden eine Klinik, sagte Professor Erich Ringelstein aus Münster. Deshalb wird bei passender Indikation nur selten eine Lyse-Therapie begonnen. Dieses Verfahren ist nach Experten-Auffassung für etwa zehn Prozent der Patienten eine gute Option. Aber nur zwei Prozent werden so therapiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »