Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung, 01.02.2006

Apoplex-Risiko nach Herzinfarkt deutlich erhöht

Antikoagulation empfohlen

ROCHESTER (ner). Nach einem Herzinfarkt ist nicht nur die Prävention eines Re-Infarktes wichtig. Im ersten Monat nach Infarkt ist das Schlaganfall-Risiko im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Herzinfarkt 44fach erhöht.

Insgesamt drei Jahre nach dem Myokardinfarkt ist das Schlaganfallrisiko erhöht, berichten Dr. Véronique L. Roger von der Mayo Clinic in Rochester und ihre Kollegen (Ann Intern Med 143, 2005, 785). Sie hatten in einer Kohortenstudie die Daten von 2160 Personen ausgewertet, die zum Zeitpunkt des Infarkts durchschnittlich 67 Jahre alt waren.

Das Ergebnis: Die Schlaganfallrate in den ersten 30 Tagen nach dem Herzinfarkt betrug 22,6 pro 1000. Sie lag damit 44mal höher lag als bei Gleichaltrigen ohne Infarkt. Im zweiten Monat sank die Rate auf 2,3 pro 1000 Personen und Monat ab. Insgesamt waren im Beobachtungszeitraum 273 Schlaganfälle gezählt worden, 95 Prozent davon ischämischer Natur.

Die Re-Infarkt-Rate nach Herzinfarkt hat im letzten Jahrzehnt durch verbesserte Therapien und Prophylaxe abgenommen, haben Studien ergeben. Sie liegt heute in der Größenordnung von drei Prozent pro Jahr.

Roger und Kollegen betonen, daß sich nach ihren Berechnungen an der Schlaganfall-Rate nach Myokardinfarkt seit Ende der 70er Jahre nichts verändert hat. Dabei sei die Behandlungsqualität heute eine ganz andere, und die Überlebensraten hätten sich deutlich verbessert.

Besonders gefährdet seien alte Patienten, Diabetiker und Personen mit bereits vorangegangenem Schlaganfall. "Die gegenwärtigen Therapien bei akutem Myokardinfarkt schützen nicht ausreichend gegen einen Schlaganfall", konstatieren die Kardiologen. Daher müsse eine orale Antikoagulation nach Myokardinfarkt erwogen werden.

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