Ärzte Zeitung, 18.01.2007

Besserer Thromboseschutz mit Enoxaparin nach Schlaganfall

Niedermolekulares Heparin und unfraktioniertes Heparin in Studie verglichen / 43 Prozent weniger Ereignisse mit niedermolekularem Wirkstoff

ORLANDO (ob). Patienten mit Beinparesen nach Schlaganfall haben ein hohes Risiko für venöse Thromboembolien. In der deshalb notwendigen Thromboseprophylaxe scheint das niedermolekulare Heparin Enoxaparin bei diesen Patienten signifikant wirksamer zu sein als unfraktioniertes Heparin (UFH).

Schlaganfallpatienten mit Beinparesen brauchen dringenden Thromboseschutz. Foto: Photodisc

Darauf lassen Ergebnisse der PREVAIL*-Studie schließen, die Dr. David Sherman jüngst bei der Jahrestagung der Amerikanischen Hämatologie-Gesellschaft (ASH) in Orlando vorgestellt hat. Die Rate von Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien betrug zehn Prozent in der Enoxaparin-Gruppe und 18 Prozent in der UFH-Gruppe. Damit war die Rate für venöse Thromboembolien durch Enoxaparin signifikant um 43 Prozent stärker verringert als durch UFH, berichtete Sherman.

Eine signifikante Überlegenheit des niedermolekularen Heparin kam sowohl bei schweren als auch bei weniger schweren Schlaganfällen zum Ausdruck. So reduzierte Enoxaparin die Inzidenz venöser Thromboembolien in der Subgruppe der Patienten mit als schwer eingestuften Hirninsulten (NIHSS-Score  14) von 30 Prozent (UFH-Gruppe) auf 16 Prozent.

Die Ereignisraten in der Subgruppe mit weniger schweren Schlaganfällen betrugen 14 Prozent (UFH) und acht Prozent (Enoxaparin). Die Raten schwerwiegender Blutungen waren mit 1,3 Prozent bei Enoxaparin und 0,7 Prozent bei UFH nicht signifikant unterschiedlich.

*PREVAIL: Prevention on VTE after Acute Ischemic Stroke with LMWH-Enoxaparin

Die Studie in Kürze

Studienteilnehmer: 1762 Patienten mit frischem ischämischem Schlaganfall.

Therapie: innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn zur Thromboembolie-Prophylaxe subkutan entweder Enoxaparin (40 mg einmal täglich) oder UFH (5000 IU zweimal täglich) für im Schnitt zehn Tage.

Primärer Studienendpunkt: Kombination von thromboembolischen Ereignissen während der Therapie: symptomatische oder asymptomatische tiefe Beinvenenthrombosen, Lungenembolien.

Ergebnis: 43 Prozent weniger Ereignisse mir Enoxaparin versus UFH (10 Prozent versus 18 Prozent).

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