Fortschritte in der Prophylaxe von Schlaganfällen

DARMSTADT (cin). In der Primär- und Sekundärprävention des Schlaganfalls hat sich etwas getan: So können bei über 75-Jährigen mit Vorhofflimmern Schlaganfälle mit Antikoagulation effektiver verhindert werden als mit ASS. In der Sekundärprävention profitieren Patienten mit einem Risiko für ein neues Ereignis von über vier Prozent pro Jahr von der Kombinationstherapie aus ASS plus Dipyridamol.

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"Bisher war orale Antikoagulation bei älteren Patienten umstritten", sagte Professor Hans-Christoph Diener von der Universität Essen. Diese Unsicherheit sei nun mit der BAFTA*-Studie ausgeräumt worden: Denn die Ereignisrate habe mit ASS bei 3,8 Prozent pro Jahr gelegen, mit Warfarin bei 1,8 Prozent, ohne Unterschiede in der Sterberate und bei schweren Blutungskomplikationen. In der Praxisstudie BAFTA hatten 973 Patienten mit einem mittleren Alter von 81 Jahren und Vorhofflimmern im Schnitt 2,7 Jahre lang ein Cumarinderivat (Warfarin, Ziel-INR: 2 bis 3) oder ASS (75 mg/Tag) erhalten.

Antikoagulation auch für alten Patienten

Wenn 50 alte Patienten mit Vorhofflimmern ein Jahr lang Antikoagulation erhalten, kann ein schweres zerebrovaskuläres Ereignis verhindert werden. Deshalb: "Wenn alte Patienten mit Vorhofflimmern nicht stark demenzkrank oder sturzgefährdet sind, sollte ihnen die Therapie nicht vorenthalten werden", so Diener bei einer Veranstaltung von Boehringer-Ingelheim in Darmstadt.

Auch in den Empfehlungen zur Sekundärprävention hat sich etwas getan. "Es ist mehrfach belegt worden, dass die Kombinationstherapie aus ASS plus Dipyridamol der ASS-Monotherapie in der Sekundärprävention überlegen ist", sagte der Neurologe. Die Kombitherapie werde daher unisono in allen Leitlinien empfohlen. In Deutschland werden 25 mg ASS plus 200 mg Dipyridamol (Aggrenox®) nun mit dem höchsten Evidenzgrad A für alle Patienten mit einem jährlichen Rezidivrisiko von vier Prozent oder mehr empfohlen.

Der Grund: Sowohl die ESPRIT-Studie (European Australasien Stroke Prevention in Reversible Ischaemia Trail) als auch die vorangegangene ESPS-2-Studie (European Stroke Prevention Study 2) ergaben im Vergleich zu Placebo eine absolute Risikoreduktion von etwa drei Prozent mit Kombinationstherapie versus 1,5 Prozent mit Monotherapie.

*BAFTA bedeutet Birmingham Atrial Fibrillation Treatment of the Aged

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