Ärzte Zeitung, 25.09.2009
TIA oft nicht ernst genommen
Mehr Aufklärung über Vorboten eines
Schlaganfalls
NÜRNBERG (mut). Etwa ein
Viertel der transitorischen ischämischen Attacken (TIA) wird
in Deutschland nach wie vor nicht erkannt. Die Bevölkerung
müsse daher noch stärker für die Symptome
sensibilisiert werden, forderten Neurologen beim DGN-Kongress in
Nürnberg.

Vorübergehende neurologische
Störungen wie Sprach- oder Sehstörungen
können Vorboten eines Schlaganfalls sein.
Foto: Petr Nad©www.fotolia.de
Vielen Menschen sei nicht klar, dass TIA
häufig Vorboten eines Schlaganfalls sind, sagte Professor
Joachim Röther aus Minden. Niedergelassene Ärzte
sollten ihre Patienten vermehrt aufklären,
vorübergehende neurologische Symptome wie Sprach- und
Sehstörungen oder Halbseitenlähmungen ernst zu nehmen
und klinisch untersuchen zu lassen - am besten in einer der 200 Stroke
Units. Viele Patienten würden sich jedoch ins Bett legen und
hoffen, dass am nächsten Tag alles vorbei ist. Röther
erinnerte an Untersuchungen, wonach bei fünf Prozent der
TIA-Patienten der Schlaganfall innerhalb von 48 Stunden folgt, bei
zwölf Prozent innerhalb eines Monats und bei 17 Prozent
innerhalb von drei Monaten.
Wie wichtig eine rasche stationäre Untersuchung bei
TIA ist, habe kürzlich die EXPRESS-Studie mit knapp 600
Patienten bestätigt. Etwa die Hälfte war nur ambulant
und meist mit deutlicher Verzögerung untersucht, die andere
Hälfte sofort in eine Spezialklinik aufgenommen worden. Bei
Patienten mit sofortiger Klinikaufnahme und Therapie kam es innerhalb
von 30 Tagen zu 80 Prozent weniger Schlaganfällen. Nur sechs
Prozent von ihnen hatten später einen tödlichen oder
schwer behindernden Schlaganfall, bei den rein ambulant versorgten
Patienten dagegen war es ein Fünftel.
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| [25.09.2009, 09:20:53] |
| Margarita Moerth
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| Aufklärungs-Bedarf
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Wie wichtig das frühzeitige Erkennen von(zerebralen) Durchblutungsstörungen für die Apoplex-Prophylaxe ist zeigt die in ihrem Artikel zitierte EXPRESS-Studie einmal mehr.
TIA und die verlängerte Variante PRIND (prolonged reversible ischaemic neurological deficit)bzw. deren Symptome sind weiten Kreisen selbst der medizinisch interessierten Bevölkerung unbekannt und werden als vorübergehendes Unwohlsein abgetan.Ohne massive Aufklärung wird sich dies nicht ändern lassen, da zu Ärzten, Heilpraktikern und anderen im Gesundheitswesen Tätigen erst bereits Betroffene kommen.
Dies trifft womöglich noch mehr auf Cladicatio intermittens zu("Schaufensterkrankheit") und auf die Vorboten von angina abdominalis.
Neben Angina Pectoris/Herzinfarkt kommen die übrigen Gefäßerkrankungen in der Öffentlichkeitsarbeit unseres Gesundheitswesens auf jeden Fall deutlich zu kurz. zum Beitrag »
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