Ärzte Zeitung, 26.11.2009

Weniger Salz, weniger Schlaganfälle

Große Meta-Analyse belegt direkte Assoziation von Salzkonsum und Gefäßerkrankungen

NEAPEL (ars). Der Nutzen einer salzarmen Kost ist keineswegs fad: Weltweit würden pro Jahr eine und eine Viertelmillion weniger Menschen an Schlaganfall und drei Millionen weniger an kardiovaskulären Erkrankungen sterben. So lautet die Bilanz fürs Einsparen eines Teelöffelchens voll Salz täglich.

Diese Zahlen haben Dr. Pasquale Strazzullo und seine Kollegen von der Universität Neapel aus einer Meta-Analyse von 13 prospektiven Studien hochgerechnet. Darin hatten sie herausgefunden, dass die Reduktion des Salzkonsums um fünf Gramm täglich die Rate von Schlaganfällen um 23 Prozent und die Rate kardiovaskulärer Erkrankungen insgesamt um 17 Prozent senkt.

Bei den knapp 180 000 Teilnehmern aus den USA, den Niederlanden, Finnland, Japan, Schottland und Taiwan wurde die Salzaufnahme per Telefon, Messung der Urinausscheidung oder Fragebögen ermittelt (BMJ online). Danach unterschieden die Forscher zwei Gruppen: jene, die weniger, und jene, die mehr als sechs Gramm Salz pro Tag zu sich nahmen. Im Durchschnitt betrug die Differenz zwischen beiden Gruppen fünf Gramm Salz.

Innerhalb von bis zu 19 Jahren kam es zu knapp 11 000 gefäßbedingten Ereignissen, je etwa zur Hälfte Schlaganfälle und andere kardiovaskuläre Ereignisse. Die Inzidenz von Schlaganfällen war um so höher, je mehr Salz die Studienteilnehmer verzehrten.

Die Daten stützen nach Angaben der Autoren erneut die Empfehlung, den Salzkonsum grundlegend zu vermindern. In westlichen Ländern beträgt er ungefähr zehn Gramm täglich - doppelt so viel wie die WHO für zuträglich hält. Bisher haben Interventions- und klinische Studien eine Blutdrucksenkung belegt. So verringert eine Salzreduktion von sechs Gramm täglich den Blutdruck bei Patienten mit Hypertonie um 7/4 mmHg und bei Menschen ohne Hypertonie um 4/2 mm Hg.

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