Ärzte Zeitung, 22.09.2010

Schlaganfall wird häufigste Gefäßerkrankung

Schlaganfall ist dabei, den Herzinfarkt als häufigste Gefäßerkrankung abzulösen. Grund ist ein wachsender Anteil von alten Menschen mit vaskulären Risikofaktoren.

Schlaganfall wird häufigste Gefäßerkrankung

Erstversorgung bei Schlaganfall.

© Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

MANNHEIM (mut). Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter, trotz Hypertonie, Diabetes, Vorhofflimmern und Atherosklerose. Wer jedoch mit solchen vaskulären Risikofaktoren alt wird, ist besonders Apoplexie-gefährdet. Jährlich bekommen 200 000 Menschen in Deutschland eine Apoplexie - Tendenz stark steigend. Nach Berechnungen der Arbeitsgruppe Schlaganfall Hessen wird die Zahl im Jahr 2050 bei etwa 350 000 liegen, wenn der derzeitige Trend anhält. Zugleich wird die Zahl der Patienten, die nach einem Schlaganfall zum Pflegefall werden, in 40 Jahren doppelt so hoch sein wie heute, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zum Auftakt der Neurowoche in Mannheim. Bereits jetzt gibt es erste Hinweise aus Studien, dass Schlaganfälle häufiger sind als Herzinfarkte. Neurologen der Universität Oxford, die von 2002 bis 2005 alle Gefäßerkrankungen bei über 91 000 Einwohnern der Stadt erfasst hatten, zählten unter den 2024 vaskulären Ereignissen 918 zerebrale Insulte und 856 kardiale Ereignisse.

Neue Medikamente könnten zwar dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko besonders gefährdeter Patienten zu senken, so Professor Martin Grond aus Siegen. "Den größten Nutzen bringen aber Änderungen der Lebensweise wie mehr Bewegung, Rauchverzicht und gesunde Ernährung", berichtet der Neurologe. So konnte erst kürzlich mit der Interstroke-Studie gezeigt werden, dass fünf vermeidbare Risikofaktoren 80  Prozent des Schlaganfallrisikos ausmachen: Hypertonie, Rauchen, Übergewicht, eine ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung. "Das zeigt eindeutig, dass wir nicht auf den Schlaganfall warten müssen, sondern selbst vieles tun können, um ihn abzuwenden", folgert Grond.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Es geht ums Hirn, nicht nur ums Herz

[22.09.2010, 23:13:24]
Dr. Nabil Deeb 
Hyperthyreose & Schlaganfall-Risiko !!!



Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Registered Doctors'Association
53140 Bonn / GERMANY


Hyperthyroidism & Stroke Risk !!!



Risque hyperthyroïdie et l'ACV !!!



Hyperthyreose & Schlaganfall-Risiko :-


Als latente Hyperthyreose ist ein Bereich definiert, in dem die SD-Hormone fT4/fT3 noch normal sind, das TSH aber zu niedrig ist. Verlässt das TSH den Referenzbereich nach oben und liegen die SD-Hormone im Normbereich spricht man von latenter bzw. subklinischer Hypothyreose. Dabei ist zu beachten, dass eine etwa 2,5fache Erhöhung der SD-Hormone innerhalb des Referenzbereiches durch eine Veränderung des TSH um den Faktor 1:100 abgebildet wird. Das bedeutet, dass TSH etwa 30 – 50 mal sensitiver auf Veränderungen der SD-Hormone reagiert. Deshalb arbeitet man im Screening mit dem TSH wesentlich effektiver als mit den Hormonen.

Im Jahr 1825 wurde erstmalig eine Assoziation zwischen einer Schilddrüsenfunktionsstörung und dem Auftreten von kardialen Arrhythmien beschrieben . Die Erkenntnis, dass Vorhofflimmern als häufigste Rhythmusstörung bei Hyperthyreose auftritt, war schon im Jahr 1918 bekannt .

Die Wirkung der Hyperthyreose auf das Herz wird im allgemeinen als schädlich betrachtet, denn wir kennen ja die kardialen Komplikationen der Hyperthyreose, besonders bei älteren Personen.

Die Diagnose der subklinischen Hyperthyreose wird bei völligem Fehlen oder
Vorhandensein nur sehr diskreter klinischer Symptome, durch die typische Konstellation von Laborbefunden und zwar einem erniedrigten TSH unter dem Normbereich von 0,45 mU/L bei normalen fT3 und fT4-Werten gestellt. Dieser liegt oft die Frühform einer klinisch manifesten Hyperthyreose zugrunde.

Es besteht derzeit keine einheitliche Meinung darüber, ob Personen mit dieser Diagnose von einer entsprechenden Behandlung profitieren, am ehesten ist dies bei Patienten mit TSH-Werten von unter 0,1 mU/L der Fall. Die Behandlungsmöglichkeiten entsprechen denen der manifesten Hyperthyreose.

Da eine spontane Normalisierung der Befunde möglich ist, soll die Entscheidung zu einer spezifischen Behandlung erst nach Ausschluss anderer eventuell extrathyreoidaler Ursachen und bei perisistierenden Befunden nach Kontrolle erhoben .

–Die kardiologischen Symptome der subklinischen Hyperthyreose sind :-

- Vorhofflimmern ;
- Herzfrequenz erhöht ;
- VH-Extrasystolen ;
- Kontraktilität erhöht ;
- Kammerhypertrophie, Septum und Hinterwand .

Die Schilddrüsenüberfunktion verursacht hämodynamische Veränderungen im Sinne eines hyperdynamen und hyperzirkulatorischen Zustandes und eine Vorlaststeigerung durch eine Zunahme des „Cardiac Output“ beziehungsweise des Schlagvolumens.
Es kommt darüber hinaus zu einer Nachlastsenkung durch eine Reduktion des totalen peripheren Gefäßwiderstands. Aus diesen hämodynamischen Veränderungen mit einer Zunahme der Herzarbeit resultiert eine Steigerung der linksventrikulären Muskelmasse im Sinne einer Linksventrikelhypertrophie, die wiederum eine linksventrikuläre Funktionsstörung bis hin zur Ventrikeldilatation zur Folge haben kann.

Am Reizleitungssystem und insbesondere am Vorhofmyokard wirkt eine Schilddrüsenüberfunktion positiv chronotrop, wobei eine Beschleunigung der sinuatrialen Depolarisation, eine Akzeleration der Vorhofserregung, eine Zunahme der Betarezeptorendichte und eine Abnahme der effektiven Refraktärperiode des Reizleitungssystems dafür verantwortlich sind.

Die manifeste Hyperthyreose ist die wichtigste und häufigste extrakardiale
Ursache von Vorhofflimmern. Die Inzidenz der thyreogenen
Vorhofflimmerarrhythmie (bei manifester Hyperthyreose) liegt bei 15–20 % .

Aus pathophysiologischer Sicht ist aber die Wirkung der Schilddrüsenhormone
auf das Herz und das vaskuläre System viel komplexer .

Dies ergibt sich schon aus der Vielfalt der T3-Rezeptoren: die genetisch verschiedenen nukleären Alpha und Beta-Rezeptoren und die in der Prozessierung der Rezeptoren entstehenden Varianten sind wohl am bekanntesten Es wurde ein mitochondrialer Rezeptor beschrieben .

Aktive Transportsysteme für T3 und T4 wurden seit Jahren schon postuliert, doch ist es gelungen einen T3-Transporter in der Zellmembran nachzuweisen, den MCT-8-Transporter. Genetische Veränderungen dieses Transporters sind mit einem sehr schweren neurologischen Syndrom verbunden .


Enzyme im Herzmuskel wie das SERCA 2A ( = sarcoplasmic endoplasmic Reticulum calcium ATPase 2a), welches von entscheidender Bedeutung ist für die intrazelluläre Kalziumhomöostase und somit für die myokardiale Funktion .


Das SERCA 2A sorgt dafür, dass während der Diastole die intrazellulären Kalziumspiegel wieder absinken.

Die SERCA 2A steigt bei größerer Belastung der Herzmuskulatur, wie z.B. beim Sportler oder bei der Hyperthyreose parallel zur kardialen Hypertrophie an, die man als physiologisch bezeichnen kann. Bei der dilatativen oder hypertrophen Herzinsuffizienz bleibt trotz entsprechender Stimulation der Anstieg dieses Enzyms aus, was verbunden ist mit einem
Versagen der diastolischen Relaxation des Herzmuskels.

Es ist unklar, weshalb in solchen Situationen das T3 nur beschränkt wirksam ist.

Die Beziehung zwischen den Schilddrüsenhormonen und dem adrenergen Nervensystem ist komplex. Vieles ist noch nicht vollständig geklärt .

Es konnte jedoch gezeigt werden, dass die Hyperthyreose selbst in ihrem subklinischen Stadium das Risiko für ein Vorhofflimmern deutlich erhöht .

Bei ca. 50 % aller Patienten mit manifester Arteriosklerose ist keiner der klassischen Gefäßrisikofaktoren nachzuweisen. Auch hat der deutliche Rückgang in der Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen in westlichen Ländern lange vor der Initiation gezielter Risikopräventionsprogramme eingesetzt. Diese Tatsachen legen nahe, dass neben den klassischen Noxen andere sehr potente Risikofaktoren für vaskuläre Erkrankungen existieren. Als besonders vielversprechende Kandidaten werden (chronische) bakterielle und virale Infektionen gehandelt.

Tatsächlich induzieren verschiedenste infektiöse Mikroorganismen am Endothel
und an anderen vaskulären Zellen Veränderungen, die als eindeutig proatherogen einzustufen sind. Hierzu gehört eine direkte Endothelschädigung (Expression von Adhäsionsmolekülen und Zytokinen, gestörte Vasodilatation, prokoagulatorische Effekte), Lipidakkumulation mit Schaumzellbildung durch Aufregulierung von Scavenger-Rezeptoren, Induktion von Inflammation sowie die Proliferation und Akkumulation glatter Muskelzellen. Kontroversiell diskutiert wird die Möglichkeit einer direkten Infektion der Gefäßwand, die sich hauptsächlich auf den Nachweis z. T. replikationsfähiger Mikroorganismen in arteriosklerotischen Plaques stützt.


Literatur beim Verfasser



Mit freundlichen kollegialen Grüßen


Ihr


Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 20 10 53
53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

&

Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 10 01 35
53439 Bad Neuenahr / GERMANY

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