Ärzte Zeitung, 28.10.2011

Diabetes erhöht Risiko für zweiten Schlaganfall

NASHVILLE (mut). Diabetiker haben nicht nur ein stark erhöhtes Schlaganfallrisiko. Nach dem Apoplex kommt es besonders häufig zu einem Rezidiv. Aber nicht nur das: Auch das Risiko für einen Herzinfarkt ist dann um zwei Drittel höher als bei Insult-Patienten ohne Typ-2-Diabetes.

Je nach Altersgruppe und weiteren Risikofaktoren wird in der Literatur für Diabetiker ein zwei- bis achtfach erhöhtes Schlaganfallrisiko angegeben.

Doch auch nach einem ersten zerebralen Insult oder einer TIA müssen sich besonders Typ-2-Diabetiker vor weiteren kardiovaskulären Ereignissen fürchten. Das bestätigt nun die Auswertung von Daten einer großen Statin-Studie (Arch Neurol 2011; 68:1245-1251).

Über 4700 Patienten haben an Studie teilgenommen

An der Studie SPARCL hatten über 4700 Patienten mit einem Schlaganfall oder einer TIA teilgenommen, alle zu Beginn ohne KHK, knapp 800 hatten Typ-2-Diabetes. Die Re-Insultrate über alle Diabetiker gemittelt lag im Studienzeitraum von 5 Jahren bei 18,1 Prozent, bei Nicht-Diabetikern dagegen nur bei 11,0 Prozent.

Patienten mit Metabolischem Syndrom waren im Gegensatz dazu nicht vermehrt gefährdet, bei ihnen lag die Rate bei 10,7 Prozent.

Schlaganfallrate um 62 Prozent höher bei den Diabetikern als bei den übrigen Studienteilnehmern

Für Diabetiker war damit die Schlaganfallrate um 62 Prozent höher als bei den übrigen Studienteilnehmern, die Herzinfarktrate sogar um zwei Drittel, bei Patienten mit Metabolischem Syndrom nur um ein Drittel.

Auch die Sterberate war bei Diabetikern im Vergleich zu Nicht-Diabetikern um etwa zwei Drittel höher. Die gute Nachricht: Diabetiker profitierten besonders von der Statin-Therapie.

In der Gruppe mit Atorvastatin war die Schlaganfallrate mit 14,9 Prozent um fast ein Drittel niedriger als in der Placebogruppe (21,3 Prozent), aber immer noch deutlich höher als bei Patienten ohne Diabetes unter Placebo.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »